THEATER IM
PFALZBAU
Pfalzbau 08 Schauspiel
Schauspiel

DIE EHE DER MARIA BRAUN

FreitagFr 4. Dezember 4.12.202020:00 UhrTickets 23 € - 41 €
SamstagSa 5. Dezember 5.12.202019:30 UhrTickets 23 € - 41 €
Schauspiel

DIE EHE DER MARIA BRAUN

In einem Standesamt, das gerade von einer Bombe getroffen wird, heiraten während des Zweiten Weltkriegs Hermann und Maria Braun. Zwei Tage später muss Hermann wieder einrücken und kehrt auch nach Kriegsende nicht zurück. Maria wartet, schlägt sich durch und erhält schließlich die Nachricht, er sei tot. Sie versucht, in der brutalen Nachkriegsgesellschaft zu überleben, die nach den Spielregeln einer von Männern dominierten Welt funktioniert, lernt, wie man auf dem Schwarzmarkt tauscht und erprobt die Liebe als eine Art Tauschgeschäft. In einer Bar, in der sie arbeitet, lernt sie einen schwarzen GI kennen, mit dem sie ein Verhältnis beginnt, und als eines Abends Hermann in der Tür steht, erschlägt sie spontan den Liebhaber. Vor Gericht nimmt ihr Ehemann alle Schuld auf sich und wandert für sie ins Gefängnis. Maria klinkt sich statt seiner in das allgemeine Streben nach neuem Wohlstand ein und bereitet die gemeinsame Zukunft am Tag X vor, dem Tag seiner zweiten Rückkehr. Dabei erlernt sie die ökonomischen Grundgesetze der BRD-Gründerjahre und wähnt sich furchtlos als souveräne Herrin einer durchökonomisierten Gefühlswelt. Ein Irrtum, für den sie am Ende einen hohen Preis bezahlt.

Dreißig Jahre nach der Gründung der BRD warf Rainer Werner Fassbinder in seinem Film Die Ehe der Maria Braun einen kritischen Blick auf die Wirtschaftswunderjahre: Materiell geht es stetig bergauf, aber am Ende muss selbst die emanzipierte Selfmade-Frau Maria Braun erkennen, dass sie nur ein Stück Ware in einem abgekarteten Männerspiel war. Thomas Ostermeier adaptierte den Film an den Münchner Kammerspielen temporeich für die Bühne und holte die Inszenierung später nach Berlin an die Schaubühne. 2008 wurde sie zum Theatertreffen eingeladen. Fünf grandiose Darsteller schlüpfen in sämtliche Rollen und wechseln dabei leichtfüßig das Geschlecht. In seiner geradlinig erzählten, eleganten und höchst komödiantischen Bühnenversion vermeidet Ostermeier jede Aktualisierung – und doch scheint die Maria Braun seiner 50er-Jahre-Gender-Studie wie ein früher Vorläufer unserer heutigen Ich-AGs.

NACH DEM FILM VON RAINER WERNER FASSBINDER

Werkschau Schaubühne Berlin

FR, 04.12.20, 20:00 UHR, S 2, TG 1
SA, 05.12.20, 19:30 UHR, AL 1, TG 3

Drehbuch Peter Märthesheimer und Pea Fröhlich
Inszenierung Thomas Ostermeier
Bühne Nina Wetzel
Kostüme Ulrike Gutbrod, Nina Wetzel
Video Sébastien Dupouey
Musik Nils Ostendorf
Dramaturgie Julia Lochte, Florian Borchmeyer
Mit Ursina Lardi, Sebastian Schwarz, Thomas Bading, Robert Beyer, Moritz Gottwald

Übernahme einer Produktion der Münchner Kammerspiele

GROSSE BÜHNE
Preise    41 € / 35 € / 29 € / 23 €
Dauer ca. 1 Stunde 45 Minuten