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Zeitenwende? Kulturwandel?

MontagMo14. November14.11.202219:30 UhrTickets 6 €
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Zeitenwende? Kulturwandel?

Unter dem Titel Es lebe die Dritte Republik entwarf der Journalist Nils Minkmar in der Süddeutschen Zeitung vom 10. Mai die Vision einer neuen, “dritten Phase der Bundesrepublik“. Nach der Phase des Kalten Kriegs und der Zeit der politischen Entspannung nach der Wiedervereinigung stehe Deutschland nun tatsächlich vor einer, wie es Bundeskanzler Olaf Scholz bemerkte, weiteren Zeitenwende. Minkmar sieht darin eine Chance: „…die Gelegenheit, Sinn und Zweck einer solchen Republik neu zu diskutieren“. Die Journalistin Jana Simon beschreibt in ihrem Buch Unter Druck anhand von sechs Lebensgeschichten, welchen massiven Veränderungen die deutsche Gesellschaft zur Zeit ausgesetzt ist und wie unterschiedlich die Menschen auf die Wucht der wachsenden Verunsicherungen reagieren. Seit dem Erscheinen des Buches im April 20 hat sich die gesellschafts-politische Lage nicht zuletzt angesichts drohender Gasknappheit und Inflation noch verschärft.

Fest steht, dass nach zwei Jahren Corona-Pandemie und angesichts eines Kriegs auf europäischem Boden viele Gewissheiten schwinden. Dazu die Klimakrise, deren Folgen sich auch in unserer Region zunehmend bemerkbar machen. Aber stehen wir tatsächlich vor einer neuen Epoche? Wie können wir mit der aktuellen Situation umgehen, ohne unsere moralischen Grundsätze und die Pfeiler unserer Demokratie über Bord zu werfen? Und welche Funktion kann die Kultur bei einer Neudefinition sozialer und politischer Inhalte einnehmen? Nach einem Impulsreferat von Nils Minkmar geht Frank Pommer, Feuilletonchef der Rheinpfalz, mit seinen Diskussionsgästen der Frage nach, ob der Begriff der Zeitenwende angesichts der aktuellen Herausforderungen tatsächlich Gültigkeit hat und welche Konsequenzen sich für die Kultur daraus ergeben.

NILS MINKMAR, promovierter Historiker, war u.a. Redakteur bei der Wochenzeitung Die Zeit, bei der FAZ und beim Spiegel. Von 2012 bis 2014 leitete er das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Seit 2021 ist er Feuilletonredakteur der Süddeutschen Zeitung. Minkmar besitzt außer der deutschen auch die französische Staatsangehörigkeit. In seinen Publikationen über Politik, Geschichte, Kultur und Medien zeichnet er ein scharfes Bild unserer Gegenwart.

Die Bestsellerautorin und Reporterin JANA SIMON schreibt über IS-Rückkehrer, die AfD, den NSU-Komplex und globale Friedensvermittler. 2018 war sie an der Aufdeckung des Falls Dieter Wedel, dem mehrere Frauen sexuelle Belästigung vorwerfen, beteiligt. Von 1998 bis 2004 war sie Reporterin beim Berliner Tagesspiegel, seit 2004 ist sie Autorin bei der Wochenzeitung Die Zeit. Sie wurde mit zahlreichen journalistischen Preisen geehrt.

Claudia Schmitz ist seit Januar 2022 Geschäftsführende Direktorin des Deutschen Bühnenvereins. Von 1996 bis 2000 war sie Referentin des Generalintendanten am Nationaltheater Mannheim, danach u.a. Verwaltungsdirektorin und Geschäftsführerin am Deutschen Theater in Göttingen, Verwaltungdirektorin und stellvertretende Generalintendantin am Staatstheater Braunschweig und Kaufmännische Geschäftsführerin am Düsseldorfer Schauspielhaus. Als Repräsentantin des Arbeitgeber- und Interessenverbands der deutschen Theater und Orchester benennt sie Auswirkungen der derzeitigen politischen und ökonomischen Lage auf den zeitgenössischen und künftigen Bühnenbetrieb.

Kulturpolitische Diskussion

Mit Dr. Nils Minkmar, Historiker und Journalist
Jana Simon, Autorin und Journalistin
Claudia Schmitz, Geschäftsführende Direktorin des Deutschen Bühnenvereins 

Moderation Dr. Frank Pommer

MO, 14.11.22, 19:30 UHR

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Einheitspreis 6 €