THEATER IM
PFALZBAU
Pfalzbau 10 Schauspiel
Schauspiel

K.

SonntagSonntag8. November8.11.202618:00 UhrTickets 26 - 51 €
MontagMontag9. November9.11.202619:30 UhrTickets 26 - 51 €
Schauspiel

K.

Sein ganzes Leben hat Franz Kafka mit der Frage gerungen, was sein Jüdischsein für ihn bedeutet. Aufgewachsen in einer assimilierten Familie empfand er die sporadischen Synagogenbesuche eher als Zwang. Die religiösen Regeln, ihre Auslegungen und Erzählungen befremdeten ihn mindestens genauso wie sie ihn faszinierten. Kaum verwunderlich, dass es schließlich eher die jüdische Kultur, die Kunst, genauer gesagt: das Theater in jiddischer Sprache war, welches Kafka den ersten Anstoß gab, sich dem Judentum zu nähern. Im Herbst 1911 besuchte Kafka regelmäßig die Aufführungen einer ostjüdischen Theatergruppe. Ihre tragikomische Erzählweise, die Vermischung von Gesang, Tanz, Drama und der selbstverständliche Umgang mit dem Jiddischen beeinflusste nachweislich sein Schreiben.

Vor diesem Hintergrund inszenierte Opernregisseur Barrie Kosky, ehemaliger Intendant der Komischen Oper Berlin, Kafkas berühmtesten Roman Der Prozess und weitere Texte als Auseinandersetzung mit Kafkas Judentum auf Deutsch, Jiddisch, Hebräisch, jeweils mit deutschen Untertiteln, und – natürlich – mit viel Musik! Für den schwerkranken Kafka selbst mündete diese stets auch schuld- und schambehaftete Auseinandersetzung erst durch die Begegnung mit Dora Diamant im letzten Jahr vor seinem Tod wenn nicht in Erlösung, so doch zumindest in eine Art Trost.

Ein talmudisches Tingeltangel rund um Kafkas Prozess
Nach Franz Kafka
In einer Fassung von Sibylle Baschung, Adam Benzwi und Barrie Kosky unter Verwendung von Texten aus Der Prozess, Ein Hungerkünstler, Das Urteil, In der Strafkolonie sowie aus Kafkas Tagebüchern und Aphorismen.
Mit Musik von Bach über Schumann bis Jiddischem Vaudeville

Werkschau Berliner Ensemble

Inszenierung Barrie Kosky
Musikalische Leitung Adam Benzwi
Bühne und Kostüme Katrin Lea Tag
Choreographie Mariana Souza
Video Eric Dunlap
Licht-Design Ulrich Eh
Dramaturgie Sibylle Baschung

GROSSE BÜHNE
SO, 08.11.26, 18:00 UHR, AL 1
MO, 09.11.26, 19:30 UHR, S 1, TG 3, JA 1
Preise 51 € / 42 € / 34 € / 26 €
Dauer ca. 3 Stunden 10 Minuten, eine Pause