THEATER IM
PFALZBAU
Pfalzbau 10 Schauspiel
Schauspiel

Ich weiß nicht, was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis (Manzini-Studien)

FreitagFreitag16. Oktober16.10.202619:30 UhrTickets 24 - 45 €
SamstagSamstag17. Oktober17.10.202619:30 UhrTickets 24 - 45 €
Schauspiel

Ich weiß nicht, was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis (Manzini-Studien)

Es gibt in Berlin-Wilmersdorf ein Café, das den Namen Manzini trägt. Hier soll angeblich die Aufführung entstanden sein, die in der Kurzversion den Namen im Titel trägt. 
Man wähnt sich in einem Urwald: ein Bach plätschert, das umliegende Dickicht aus Pflanzen und Bäumen ist in ein schummriges Dämmerlicht getaucht. Mitten in diese Kulisse ragt eine riesige Hand, schwarz behandschuht und offenbar schön weich. Auf dieser Hand spielt sich ein Großteil der Aktionen der drei Darsteller*innen Kathrin Angerer, Marie Rosa Tietjen und Martin Wuttke in dieser 2018 in Zürich herausgekommenen und von der Kritik gefeierten Inszenierung René Polleschs ab. 
In typischer Pollesch-Manier darf sich das Publikum auf amüsante und nachdenklich stimmende Dialoge der drei virtuosen Schauspieler freuen, die sich über Fragen des Theaters, Politik und Gesellschaft kluge Gedanken machen und ihren ganz eigenen Drive entfesseln. Nach einer sechsstündigen Aufführung von Shakespeares Sommernachtstraum wissen R, K und M nicht mehr ein und aus, bringen Anfang und Ende durcheinander und machen in ihren leicht lädierten, überstylten Kostümen einen mitgenommenen Eindruck. In dem kurzweiligen Abend geht es wie bei Shakespeare um die Liebe – und um den Knacks. Um das Leben auf dem Theater und in der Realität, unterfüttert mit Zitaten von Donna Haraway, Sigmund Freud, Gilles Deleuze usw. "Warum nicht einfach mal mit dem Ende beginnen, mit der Panik anfangen?", fragt M(artin Wuttke), um dann zur eigentlichen Frage zu kommen: "Wie kommt der Knacks in das Innen? Und was ist das überhaupt: das Innen?"
Und so kuscheln sich die drei abwechselnd in die King-Kong-Monsterhand, die in Shakespeares Zauberwald hineinragt, und philosophieren über den Lauf der Welt und des Theaters, während sie sich durch die Finger hindurchschlängeln und nach der richtigen Schlafposition suchen. Ein entspanntes, vergnügliches Theatererlebnis mit großem Unterhaltungswert.

Von René Pollesch
Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin

Text und Inszenierung René Pollesch
Bühne Barbara Steiner
Kostüme Sabin Fleck
Licht-Design Markus Keusch, Kevin Sock
Dramaturgie Karolin Trachte, Anna Heesen (Volksbühne)
Mit Kathrin Angerer, Marie Rosa Tietjen, Martin Wuttke
Eine Übernahme vom Schauspielhaus Zürich

GROSSE BÜHNE
FR, 16.10.26, 19:30 UHR, S 1
SA, 17.10.26, 19:30 UHR, AL 2, 3/9 F
Preise 45 € / 38 € / 31 € / 24 €
Dauer ca. 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause

"Dieser Theaterabend glitzert und strahlt, ist intelligent und unterhaltsam." Simon Strauß, FAZ