THEATER IM
PFALZBAU
Pfalzbau 06 Theatergeschichten

Restart Ratten

Eigentlich hätten wir im Mai Premiere gehabt, aber auch die Proben für unser Bürgerprojekt Ratten Ludwigshafen wurden unterbrochen. Am Montag endlich konnten wir weiterarbeiten, mit der schönen Erkenntnis, dass manches sich in den zwei Monaten Pause gesetzt und weiterentwickelt hat. Die Begegnung auf Abstand ist allerdings ungewohnt und erfordert Disziplin. Das spüren alle, die jetzt wieder auf die Bühne gehen. Theater und social distancing geht eigentlich nicht zusammen, aber Not macht bekanntlich erfinderisch. Woanders tragen die Schauspieler nun Reifröcke aus Poolnudeln, das ist eine durchaus unkonventionelle Lösung mit ungeahntem Spielpotential.

Die Premiere für Ratten Ludwigshafen ist auf den 24. Oktober verschoben. Zum Glück sind alle aus dem Ensemble gesund, und wir können uns die nächsten Wochen wieder intensiv in Gerhart Hauptmanns Szenen vertiefen. In diesem Stück geht es (wie oft im Theater) um Krisen und Verluste. Die Erfahrung der letzten Wochen hat uns die Figuren noch nähergebracht, in ihren Nöten und ihrer Verlorenheit, aber auch in ihren Sehnsüchten und Hoffnungen. Der Unterschied zwischen Berlin 1880 und Ludwigshafen 2020 ist nicht so groß wie man annehmen könnte. Und wird vielleicht noch kleiner, wenn die vorausgesagte Rezession uns wirklich trifft. Aber gerade dann kann es tröstlich sein, den Überlebenswillen der Menschen zu erleben, die Gerhart Hauptmann mit großer Zuneigung und viel Humor gezeichnet hat.

Barbara Wendland, Dramaturgie

Bild © Alen Ljubic

 

Displacement

Dis pla c e ment

In der Spielzeit 20/21 freue ich mich besonders auf „Displacement“, ein Tanzstück von Ruben Reniers. Es handelt von den Gefühlen, nicht am richtigen Ort, nicht mit den richtigen Menschen oder nicht im richtigen Körper zu sein. Das Stück interessiert mich, da ich mich mit der Thematik identifizieren kann und auch selbst viel tanze. Als großer Tanz-Fan bin ich schon gespannt, wie Ruben Reniers und Nora Vladiguerov diese Botschaft in den Tanz integrieren und wie beide Themen kombiniert werden.

„Wie weit kann, will oder soll man sich verbiegen, um sich seinem Umfeld anzupassen?“ - Ruben Reniers

Jamie Lindenzweig, Junger Pfalzbau

Bild © Carlos Collado

 

Nouvelles Pièces Courtes

Inszenierung und Choreographie Philippe Decouflé
Compagnie DCA / Philippe Decouflé, Frankreich

Mit seiner verwegenen Tolle sieht der französische Star-Choreograph Philippe Decouflé ein bisschen aus wie ein sich im Kompositionswahn befindender Mozart. Wenn er ein neues Stück erarbeitet, lässt er sich zunächst von einer großen Experimentierfreude leiten – die Präzision, mit der er an den Ideen feilt, die dabei entstehen, kommt erst sehr viel später hinzu. Dann allerdings widmet sich der Perfektionist mit Akribie jedem noch so kleinen Detail. Gerne scheint ihm bei den Proben der Schalk im Nacken zu sitzen. Für Codex, eine seiner letzten Choreographien, lässt er seine Tänzerinnen und Tänzer mit Taucherflossen an den Füßen tanzen – und äußert sich am Ende grinsend mit Verwunderung darüber, dass sie sich überhaupt „trocken“ und noch dazu anmutig damit bewegen können. Wer es in die Compagnie DCA geschafft hat, ist in der Regel nicht nur ein großartiger Tänzer, sondern verfügt noch über weitere Talente, spielt beispielsweise ein Instrument, verblüfft mit glockenreinem Gesang oder ist schlichtweg umwerfend komisch.

All diese verschiedenen Talente kann man in Philippe Decouflés Nouvelles Pièces Courtes bewundern: Raphael Cruz beispielsweise ist Zirkusartist, Pianist und Sänger, Violette Wanty ist Tänzerin, Sängerin und Flötistin. Und es kann auch schon mal vorkommen, dass ein Salto auf dem schmalen Klavierdeckel vollführt wird. Hinzu kommen cineastische Elemente und Akrobatik, die er als Meister der Illusion zu einer magischen Gesamtkomposition zusammenfügt. Nach eigener Aussage choreographiert Philippe Decouflé in seinen Träumen oftmals weiter – so mag sich sein sinnliches Kaleidoskop erklären, bei dem Heiterkeit auf Melancholie, Verspieltheit auf Übermut, Ernsthaftigkeit auf Slapstick folgt. Eines lässt sich über die Nouvelles Pièces Courtes in jedem Fall sagen: sie zielen direkt ins Herz des Publikums.

Ursprünglich war das Gastspiel der Compagnie DCA für Ende April 2020 geplant und musste wegen Corona abgesagt werden. Umso mehr freuen wir uns, dass wir die Aufführungen am 04. und 05. September 2020 nachholen können!

Carolin Grein, Dramaturgie

Bild © Charles Fréger

 

22.06.2020

Liebes Publikum,
wir haben eine positive Nachricht für Sie: unser Programm für die neue Spielzeit ist jetzt online. Auf unserer Webseite können Sie sich einen ersten Eindruck der Gastspiele und Produktionen der nächsten Saison verschaffen. Bis Sie das Heft in Händen halten, dauert es allerdings noch ein paar Tage, denn die Broschüre befindet sich noch im Druck und wird erst in eine paar Wochen geliefert. Um Ihnen die Zeit bis dahin zu vertreiben, werden wir ab der kommenden Woche hier einzelne Produktionen näher beleuchten. Die Theatermitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchen ihre Lieblingsstücke aus und beschreiben, warum Sie sich diese Aufführungen unbedingt ansehen sollten.
Nun hoffen wir, dass ab dem Herbst Theater wieder möglich sein wird, und freuen uns auf Begegnungen mit Ihnen!

Ihr Pfalzbauteam

 

15.05.2020

Trauern, Bangen, Hoffen – und Tanzen

„Unter Auflagen können am 27. Mai wieder Theater, Konzerthäuser und Kleinkunstbühnen Besucher empfangen.“ – so lautet die Ankündigung der rheinland-pfälzischen Landesregierung angesichts sinkender Corona-Infektionszahlen.

Das ist eine großartige Nachricht für uns und macht Hoffnung. Sie befreit Künstler aus der erzwungenen Erstarrung. Der bekannte flämisch-marokkanische Choreograph Sidi Larbi Cherkaoui, der zuletzt sein Tanzstück Sutra bei den Festspielen 2019 in Ludwigshafen präsentiert hat, beschreibt in der aktuellen Mai-Ausgabe der Zeitschrift tanz, welche Gefühle der Schockzustand des Lockdowns in ihm hervorgerufen hat: „Nicht-wahrhaben-Wollen, Traurigkeit, Wut, Sich-Abfinden“. Und auch mit der Öffnung der Theater wird sich das „körperliche Ritual des Tanzens mit- und füreinander“ mutmaßlich verändern müssen, die „Rückkehr zur Normalität“ wird nur unter Beachtung der vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln möglich sein. Was das für Tänzerinnen und Tänzer, für den Tanz bedeutet, kann man sich nur schwer vorstellen. Gleichzeitig bezeugt das unbändige Verlangen der Künstler, selbst im Lockdown noch schöpferisch Kräfte freizusetzen, den Wert kreativer Ausdrucksmöglichkeiten. Man denke nur an das Training der Tänzerinnen und Tänzer der Pariser Oper, die sich im eigenen Wohnzimmer, auf dem Bett oder auf dem Küchenfußboden anmutig bewegt und Schrittfolgen geprobt haben. Die berührenden und herzerwärmenden Bilder haben jedenfalls Klaus Kleber in der Anmoderation im heute-Journal ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert. Umso mehr lässt sich das Glücksgefühl nachvollziehen,  das eine Company erfüllen muss, die nun wieder gemeinsam proben darf – mit dem vorgeschriebenen Sicherheitsabstand zwar, aber immerhin in einem Raum.

„Wo wird das alles hinführen?“, fragt Sidi Larbi Cherkaoui und er gibt weiter zu bedenken: „Unser Körper steht in konstanter Zwiesprache mit der Umgebung.“ Aber er gibt außerdem ganz im Sinne Pina Bauschs folgende Empfehlung: „Tanzt die Angst vor dem Unbekannten aus euch heraus!“

 

13.05.2020

Theater entGeistert
Sorgenvolle Gedanken eines Theatergeistes

Irgendetwas stimmt nicht im Theater. Nun treibe ich hier schon so lange mein Unwesen, sorge für kleine Missgeschicke auf der Bühne, verstecke Requisiten und bringe Darsteller*innen zum Straucheln, aber das habe ich noch nicht erlebt! Alles ist wie ausgestorben, keine Sänger, die trällernd durch die Gänge laufen; keine pfeifenden Techniker, die mich sofort zum Schabernack animieren; keine Proben, in denen sich Regisseur und Akteure wegen irgendwelcher Kleinigkeiten in die Haare kriegen – einfach nichts. Sonst laufe ich zur Hochform auf,  wenn sie bei der Generalprobe den letzten Satz vergessen oder in ihren privaten Klamotten auf der Bühne herumlaufen. Aber jetzt sitze ich hier herum, witsche durch die leeren Gänge und Garderoben und frage mich, was da wohl passiert ist. Sogar die Techniker sind weg – niemand, dem ich etwas Salz in den Kaffee streuen kann oder sonst etwas Lustiges. Und dann ist mir etwas ganz Merkwürdiges passiert. Als ich gerade mal wieder im Foyer unterwegs war, begegnet mir plötzlich ein Gespenst: es hatte Mund und Nase vermummt und weiße Handschuhe an und war gerade dabei, überall herumzunebeln. Da bin ich vielleicht erschrocken! Da habe ich mich schnell auf die Bühne zurückgezogen. Aber kaum war ich dort angekommen, hat irgendjemand das Licht angemacht und ich musste rasch verschwinden. Jetzt sitze ich hier im Dunkeln in der Besenkammer und frage mich, wann endlich alles wieder seinen normalen Gang geht. Huuhuhuuu!

 

08.05.2020

Zuhören

Eine Impression

Persönliche Begegnungen sind möglichst zu vermeiden – auch in unserem Theater. Und so nimmt man die Kolleginnen und Kollegen aus ihren Büros vor allem auditiv wahr – denn immerhin stehen deren Türen noch offen.

Im Nachbarzimmer versucht die Verwaltungsmitarbeiterin gerade, einer Besucherin geduldig zu vermitteln, dass die von ihr gebuchte Vorstellung ausfällt. Offenbar hört das Gegenüber nicht mehr so gut, weshalb es zu mehreren Nachfragen kommt und die Kollegin ganz allmählich ihre Stimme erhebt. Kein leichter Job! In der Küche klappert leise Geschirr und der Wasserkocher surrt. Aus dem Büro des Verwaltungsleiters hört man ebenfalls Telefonate: er bekommt zur Zeit viele Fragen bezüglich Regelungen des Ordnungsamtes, wo er vertretungshalber eingesprungen ist. Im nächsten Büro geht es turbulent zu: hier sind die beiden Kinder, deren Schulunterricht im Moment ausfällt, heute mit der Mama arbeiten gegangen. Sie haben es sich auf zwei Matratzen gemütlich gemacht, futtern Obst und machen Hausaufgaben. Hin und wieder wagt sich einer der beiden mal auf den Flur hinaus, um vorsichtig  das Terrain zu erkunden. Zwei Büros weiter ertönt ein leises Stöhnen: der Disponent sitzt an einer langen Excel-Tabelle, in der akribisch Einnahmen und Ausgaben aufgelistet werden müssen – eine Herkulesaufgabe! Die Rückenbeschwerden tragen auch nicht wirklich zum Wohlbefinden bei. Im Sekretariat wird gerade gecheckt, wer beim Caterer des Theaters Mittagessen für die nächsten Tage bestellen möchte. Dieser hat nämlich auf mittäglichen Lieferservice umgestellt. Und am Ende des Flurs hört man energische Schritte – das muss wohl der Intendant sein, den die Planungen und Unsicherheiten der nächsten Spielzeit umtreiben.

Die verschiedenen Geräusche fügen sich zu einem leisen Klangteppich zusammen, der meine Arbeit an Schreibtisch und PC angenehm konturiert. Er bestätigt die beruhigende Erkenntnis, dass das (Theater-)leben trotz allem weitergeht.

 

04.05.2020

Fernweh

In Zeiten, in denen man sich seiner Freiheit zum Wohle der Gesellschaft beraubt fühlt, wächst die Sehnsucht nach Entspannung und exotischen Urlaubsorten weit ab von unserer Realität in‘s Unermessliche. Auch die Mitarbeiter*innen der Pfalzbau Bühnen träumen sich gerne in die Ferne, doch wie? Reisen sind momentan nicht möglich und auch der nächste Badesee ist aufgrund der Coronakrise für Besucher unzugänglich. Was also tun?

Da rückt der atemberaubende karibische Strand auf dem dekorativen Kalender an der Bürowand verführerisch ins Blickfeld. „Wie wäre es, wenn wir uns hier unser eigenes kleines Paradies erschaffen. Genau hier im Theater!“ Und vor dem geistigen Auge nimmt eine beeindruckende Bühneninstallation Gestalt an:  Feiner Sand liegt auf dem Bühnenboden verstreut, hoch genug, dass man das schwarze Schimmern des Bodens nicht mehr erkennen kann. Ein durch das Kalenderbild inspiriertes, in vielen leuchtenden Farben glänzendes Bühnenbild mit Meer, üppigen Pflanzen und Schatten spendenden Felsen ist aufgebaut. Verschiedene Requisiten wie Muscheln und Palmen geben der Szenerie Tiefe und das nötige Urlaubsflair. Aus den Lautsprechern erklingen leises Rauschen und ein leichter Wellengang. Zu guter Letzt ersetzen die Scheinwerfer die Sonne, die voller Helligkeit und Wärme die auf der Bühne verteilten Handtücher erstrahlen lässt.

Nun fehlen nur noch die Urlauberinnen und Urlauber, die in dieser Oase Entspannung suchen: Die Damen von der Kasse im Badeanzug auf der Strandliege, die Herren der Technik beim Beachvolleyball, der Intendant lesend auf der Strandmatte, die Kolleginnen aus der Verwaltung mit ihren Kindern beim Sandburgen bauen. Und dazwischen servieren die netten Mitarbeiterinnen vom Catering kühle Getränke und Eis.

 

29.04.2020

Und mach Dir einen Plan …

Die Spielzeit geht weiter, ohne dass Theater gespielt werden kann. Traurig genug – denn ohne Theater ist alles nichts.

Wie aber plant man eine kommende Spielzeit, ohne dass feststeht, wie die Bestimmungen im September und Oktober lauten werden? Ab wann gilt eine Veranstaltung als Großveranstaltung? Hier kursieren die unterschiedlichsten Zahlen – mal wird die Grenze bei 100 Zuschauern angenommen, mal bei Tausend. Gilt im Herbst noch die Abstandsregelung? Und falls ja, was bedeutet sie konkret für die Verhältnisse im Zuschauerraum? Muss man die Menschen wirklich in alle Richtungen mit 1,50 Metern Abstand setzen? Oder kann dieses Maß durch Tragen eines Mundschutzes verringert werden? Beim Einhalten von 1,50 Metern Abstand würde das bedeuten, dass im großen Theatersaal maximal 250 Leute, verteilt auf Parkett und Ränge, Platz nehmen könnten. Kommt da überhaupt noch Theaterstimmung auf? Und wie oft müsste man dann das Stuttgarter Ballett einladen, um allen die Möglichkeit des Theaterbesuchs zu geben? Oder kann man den Sitzabstand etwas verringern und dann immerhin vielleicht 500 Gäste unterbringen?

Grundsätzlich: Kann man eine Theatervorstellung mit Mundschutz genießen? Auch wenn sie vielleicht drei Stunden dauert? Außerdem: wie funktioniert der Meinungsaustausch über das Gesehene damit? Kommt es da nicht zwangsläufig zu Missverständnissen, ja vielleicht sogar zu Zerwürfnissen? Und am allerwichtigsten: Wie trinke ich mit Mundschutz meinen Sekt in der Pause?

Viele Fragen, aber noch lange nicht alle. Planungen in Coronazeiten!


 

27.04.2020

Meine Bühnenpräsenz ist politisch

Am 8. und 9. Mai hätte auf der Kleinen Bühne des Theaters im Pfalzbau das Stück The Way You Look (at me) Tonight stattfinden sollen. Eine berührende und unterhaltsame Studie über das Anderssein und das Wahrgenommen werden durch die Mitmenschen. Die schottische Künstlerin Claire Cunningham bewegt sich an Krücken und agiert zusammen mit dem amerikanischen  Choreographen und Performer in diesem klugen und humorvollen Stück.

„Ich möchte Menschen dazu bringen, ihre Vorstellungen davon, was sie als wertvoll betrachten, was sie unter einer Fähigkeit verstehen und wie sich gewisse Beeinträchtigungen auf das Leben auswirken, zu überdenken. Es geht darum, eine hergebrachte Denkweise in Bezug auf Fähigkeiten zu überwinden, die gewisse körperliche Standards als gegeben setzt und Behinderung als Verlust auffasst.
In einer Arbeit wie The Way You Look (at me) Tonight schlägt sich das in der Art und Weise nieder, wie Jess und ich uns redend durch den Raum bewegen. Jeder von uns folgt seinem eigenen Rhythmus, wir versuchen nicht im Gleichschritt zu marschieren oder Seite an Seite zu laufen. Indem er Krücken verwendet, passt sich Jess vielmehr meinem Rhythmus an. Aber da er keinerlei Erfahrung mit Krücken hat, gehen seine Bewegungen langsamer vonstatten als meine. Wir schaffen einen Raum, der beträchtliche Bewegungsaufmerksamkeit erfordert. Während ich mich durch diesen Raum bewege, trete ich anderen – mit Erlaubnis – gelegentlich behutsam auf die Füße. Ein solcher Raum hebt meine Fähigkeiten und meine Achtsamkeit hervor. Unsere Arbeit schafft im Publikum ein Bewusstsein für andere Existenzweisen, das es vorher in der Form vielleicht nicht gab.“

Bild © www.hagolani.com

 

24.04.2020

Auch frühere Generationen haben schon unter Social Distancing gelitten. Die Ursachen dafür waren vielfältig. Joachim Ringelnatz z.B. schrieb 1924 sein Gedicht Der Briefmark, eine vergnügliche und doch ein bisschen traurige Liebesgeschichte:

Der Briefmark

Ein männlicher Briefmark erlebte
Was Schönes, bevor er klebte.
Er war von einer Prinzessin beleckt.
Da war die Liebe in ihm erweckt.

Er wollte sie wiederküssen,
Da hat er verreisen müssen.
So liebte er sie vergebens.
Das ist die Tragik des Lebens!

Joachim Ringelnatz


 

22.04.20

Fortsetzung vom 20. April

In den Staub mit euch!

 

Direktor Hassenreuter 

hat sich niedergelassen und lauscht, den Kopf in die Hand gestützt, voll Ergebenheit. Erst einige Sekunden, nachdem Spitta geendet hat, blickt er wie zu sich kommend auf. 

Sind Sie fertig, Spitta?! – Ich danke sehr! – Sehen Sie, lieber Spitta, ich bin nun Ihnen gegenüber wieder mal in die allerverzwickteste Lage geraten: entweder ich sage Ihnen frech ins Gesicht, daß ich Ihre Vortragsart schön finde – und dann habe ich mich der allerniederträchtigsten Lüge schuldig gemacht – oder ich sage, ich finde sie scheußlich, und dann haben wir wieder den schönsten Krach.

 

Spittaerbleichend

Ja, alles Gestelzte, alles Rhetorische liegt mir nicht. Es ist nicht zu ändern, Herr Direktor: unsre Begriffe von dramatischer Kunst divergieren in mancher Beziehung total. 

 

Direktor Hassenreuter

Sie leugnen die Kunst des Sprechens, das Organ, und wollen die Kunst des organlosen Quäkens dafür einsetzen! Von den Höhen der Menschheit wissen Sie nichts. Sie haben neulich behauptet, daß eine Reinmachefrau aus der Mulackstraße ebensogut ein Objekt der Tragödie sein könnte als Lady Macbeth und König Lear.

 

Spitta

 Vor der Kunst wie vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich, Herr Direktor. Vor der Kunst wie vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich.

 

Direktor Hassenreuter

So? Ach!? Wo haben Sie diesen hübschen Gemeinplatz her? Ziehen Sie doch das Notizbuch, mein guter Spitta, und schreiben Sie, bitte, hinein, daß Direktor Hassenreuter ein Esel ist! Schiller ein Esel! Goethe ein Esel! natürlich auch Aristoteles und, ha ha ha! ein gewisser Spitta ein Nachtwächter!

 

Spitta

Es freut mich, Herr Direktor, daß Sie doch wenigstens wieder bei guter Laune sind.

 

Direktor Hassenreuter

Nein, Teufel, ich bin bei sehr schlechter Laune! Sie sind eine Ratte! aber diese Ratten fangen auf dem Gebiete der Politik – Rattenplage! – unser herrliches neues geeinigtes Deutsches Reich zu unterminieren an. Im Garten der deutschen Kunst –  Rattenplage! – fressen sie die Wurzeln des Baumes des Idealismus ab: sie wollen die Krone durchaus in den Dreck reißen. – In den Staub, in den Staub, in den Staub mit euch!

 

 

Fortsetzung folgt. So Gott will, am 24.10.20 auf der Kleinen Bühne.

 

20.04.20

In den Staub mit euch!

Ein Ausblick auf Die Ratten

Woche 6 des Corona-Lockdowns. In den Gängen und Winkeln des Pfalzbaus nisten sich seltsame Bewohner ein und treiben unbehelligt ihr fragwürdiges Gewerbe. Eine Dachkammer zum Beispiel, deren Existenz sonst niemandem bekannt ist, ist das neue Zuhause des ehemaligen Theaterdirektors Harro Hassenreuter. Hier, fern von jeder Trivialität des Alltags, erhebt er sich zum Gralshüter der hohen Schauspielkunst. Nur widerwillig offenbart er seine profunden Kenntnisse dem studierten Theologen Erich Spitta, der sein Heil nicht in Gott, sondern im Theater zu finden gedenkt:

 

Spitta

Dich begrüß' ich in Ehrfurcht, 
prangende Halle, 
dich, meiner Herrscher 
fürstliche Wiege, 
säulengetragenes herrliches Dach. 
Tief in der Scheide ...

 

Direktor Hassenreuter 

Pause! Punkt! Punkt! Pause! Punkt! Sie drehen doch keinen Leierkasten! Der Chor aus der »Braut von Messina« ist doch kein Leierkastenstück! »Dich begrüß' ich in Ehrfurcht« noch mal von Anfang an! »Dich begrüß' ich in Ehrfurcht, prangende Halle!« Etwa so! »Tief in der Scheide ruhe das Schwert.« Punktum!

 

Spitta

Tief in der Scheide 
ruhe das Schwert, 
vor den Toren gefesselt 
liege des Streits schlangenhaarigtes Scheusal. 
Denn ... 

 

Direktor Hassenreuter

Halt! Wissen Sie nicht, was ein Punkt bedeutet? Haben Sie denn keine Elementarkenntnisse? »Schlangenhaarigtes Scheusal.« Punkt! Denken Sie sich einen Pfahl eingerammt: halt! Punkt! Alles ist totenstille! Als wenn Sie gar nicht mehr in der Welt wären! Und dann raus mit der Posaunenstimme aus der Brust!

 

Spitta

Denn des gastlichen Hauses 
unverletzliche Schwelle 
hütet der Eid, der Erinnyen Sohn ...

 

Direktor Hassenreuter 

Eid, Eid, Eid, Eid!! Halt! Wissen Sie nicht, was ein Eid ist? »Hütet der Eid!! – der Erinnyen Sohn.« Der Eid ist der Erinnyen Sohn! Stimme heben! Sie können sich merken, daß ein Eid und ein Münchner Bierrettich zwei verschiedene Dinge sind.

 

Spitta

Zürnend ergrimmt mir das Herz im Busen ...

 

Direktor Hassenreuter

Halt! Er läuft zu Spitta und biegt an seinen Armen und Beinen herum, um eine gewünschte tragische Pose zu erzielen. Erstlich fehlt die statuarische Haltung, mein lieber Spitta. Die Würde einer tragischen Person ist bei Ihnen auf keine Weise ausgedrückt. Dann sind Sie nicht, wie ich ausdrücklich verlangt habe, von Feld I D mit dem rechten Fuß auf II C getreten!

 

Spitta 

Zürnend ergrimmt mir das Herz im Busen, 

zu dem Kampf ist die Faust geballt, 
denn ich sehe das Haupt der Medusen, 
meines Feindes verhaßte Gestalt. 

 

Die Fortsetzung folgt am Mittwoch, 22.April.

 

17.04.2020

Die Gans am Pfalzbau
Gedankenspiel basierend auf einem realen Ereignis
Eine Gans wurde gesichtet, als sie sich auf der Pfalzsäule niederließ und jedem, der sich in der Nähe befand, eine schöne musikalische Darbietung bescherte. Auch wenn viele die Solodarstellung unserer „Theatergans“ nicht als künstlerischen Höhenflug beschreiben würden, so hat sie sich mit ihrer ausdrucksstarken Performance und Stimme doch in unsere Herzen geschnattert. Umgehend bemühten wir uns darum sie anzuheuern. Zugegeben − wir haben schon lange nach einem Maskottchen gesucht, doch bisher kam uns kein Tier unter, welches sich so engagiert um diesen Platz bewarb wie sie,  wohlgemerkt für eine Stelle, die wir offiziell nicht ausgeschrieben hatten. Die Gans hatte eben von Anfang an das richtige Gespür bewiesen. Genau richtig für ihren neuen Job an den Pfalzbau Bühnen! Passend entlohnt wird sie natürlich mit ausreichend Getreide und einem großen Nest auf ihrer selbsterwählten Bühne auf der Pfalzsäule in der Mitte des Theaterplatzes. Anmutig und selbstbewusst wacht sie nun von ihrer hohen Position aus über das Gebäude. Jemand muss sich ja um unsere Sicherheit kümmern, wenn die Menschen ausfallen.

 

15.04.2020

Social Distancing – ein Dramolett in einem Akt
Jour fixe, die wöchentliche Zusammenkunft der Theatermitarbeiter, online

Anwesend im virtuellen Raum verteilt
Intendant
Persönliche Referentin des Intendanten
Sekretärin
Dramaturgin 1 (für Öffentlichkeitsarbeit zuständig)
Dramaturgin 2 (für Öffentlichkeitsarbeit zuständig)
Technischer Leiter
Disponent (plant die Theaterveranstaltungen)
FSJlerin

Intendant           (mit erhobener Stimme) Liebe Anwesende, schön, dass wir uns hier auf so ungewöhnliche Weise versammelt haben, um ein paar wichtige Dinge zu besprechen. Geht’s euch gut?

Disponent          (hüstelt) Das ist kein Corona!

Intendant           (runzelt die Stirn, räuspert sich) Wie sind denn nun die Techniker eingesetzt?

Techn. Leiter     Zwei Kollegen sind krank. Die anderen patroullieren durch die Stadt und verhindern Menschenansammlungen.

Dramaturgin 1   Verschluckt sich an ihrem Tee

Intendant           Sie dürfen jetzt nicht krank werden!

Sekretärin          (schreibt)

Intendant           Wie geht es denn nun mit dem Jahresheft weiter?

Dramaturgin 2   (flackernder Bildschirm) Wie bitte?

Intendant           (laut) Was macht das Jahresheft? Sind die letzten Termine geklärt?

Dramaturgin 2   Das ist nicht so einfach. Man erreicht niemanden, weil alle Theater geschlossen sind. Manchmal meldet sich jemand vereinzelt aus dem Homeoffice…

Dramaturgin 1   Dann fehlen aber zielsicher die Unterlagen, die zur Terminabklärung nötig wären.

Intendant           (mit leicht erhobener Stimme, verzweifelt) Das geht so aber nicht! Wie sollen wir denn da bis nächste Woche fertig werden?

Disponent          Das Theater X hat seine Zusage für den Herbst zurückgezogen. Die dürfen nicht proben.

FSJlerin                (Mit Kopfhörern am Handy, verpixelt) Was für Roben denn?

Dramaturgin 2   (mit erhobener Stimme) Es sind keine Proben möglich!!

Alle                        (Gemurmel)

Intendant           (zur Sekretärin) Schreiben Sie das, da müssen wir nachhaken.

Sekretärin          (schreibt)

Pers. Ref.            (Schaut versonnen zu Boden)

Intendant           (Zerknüllt ein Blatt Papier und wirft es in die Ecke) Oh je!

Dramaturgin 2   (mit unverbesserlichem Optimismus) Das schaffen wir schon. Zur Not machen wir halt viele Bilder rein.

Pers. Ref.            Wir müssen auch noch die Abos festlegen…

Intendant           Aber wir warten doch noch auf die Zusage vom Theater Y! Was sollen wir nur tun? (Wischt sich über die Stirn)

Der Pförtner      (erscheint im Türrahmen des Intendantenbüros, räuspert sich): Do steht jemand vunn de Pizzeria Fenitsche vor de Düür. Wer hott dann die Pizza bschdelld?

Dram. 1+2           Die ist für uns. Können wir jetzt Pause machen?

Intendant           (resigniert) Na gut. Alles Weitere besprechen wir telefonisch.

 

Fortsetzung folgt

 



Das Osterei

Hei, juchei! Kommt herbei!
Suchen wir das Osterei!
Immerfort, hier und dort
und an jedem Ort!
Ist es noch so gut versteckt.
Endlich wird es doch entdeckt.
Hier ein Ei! Dort ein Ei!
Bald sinds zwei und drei.

Quelle: Hoffman von Fallersleben (1798 – 1874)

09.04.2020

„Es ist das Osterfest alljährlich
für den Hasen recht beschwerlich.“

Was Wilhelm Busch bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts erkannte, potenziert sich im Jahr 2020 an Ostern um ein Vielfaches:  Auf Grund der Corona-Pandemie scheinen die Menschen schichtweg keine Lust auf Ostereier zu haben oder zumindest ist uns allen offenbar die Lust darauf abhanden gekommen, Ostereier zu verstecken bzw. zu suchen. Aber hat dabei eigentlich jemand an den Osterhasen gedacht? Man könnte behaupten, er ist zum Seelenverwandten von uns allen geworden, die wir unsere Berufung im Theater gefunden haben, diese aber zurzeit nur schwer bzw. auf anderen Pfaden ausleben dürfen. Und so posten wir wie wild, richten uns Erzähl- und Leseecken ein, um Ihnen Geschichten zu erzählen, oder wir versuchen, das Theater zu den Kindern zu bringen, wenn schon die Kinder nicht ins Theater kommen dürfen. Und all das tun wir, um den Kontakt mit Ihnen aufrecht zu erhalten. Dabei wissen wir ebenso gut wie Sie, dass diese virtuellen Inszenierungen nicht mit einem Theatererlebnis mithalten können, doch es nützt ja alles nichts, die Gesundheit von uns allen soll an erster Stelle stehen. Aber, liebes Publikum, der Osterhase kann nun wirklich nichts für dieses ganze Elend, also tun Sie uns den Gefallen, und laufen Sie schleunigst los, um Ostereier zu besorgen, damit wenigstens der Osterhase, Ihre Kinder und Enkel ein bisschen Spaß haben – mit entsprechendem Sicherheitsabstand natürlich!

 

Frohe Ostern wünscht
Das Team der Pfalzbau Bühnen

08.04.2020

Des Wichtels Arbeit hat ihm immer gut gefallen
Hinter den Bühnen der Theaterhallen.
Doch nun sind die großen Räume leer
die Gespräche, das Klatschen, es ist nicht mehr.
So sitzt es alleine auf der stillen Bühne,
mit so viel Zeit, ganz ohne Routine,
und wartet auf die Wiederkehr
der vielen Menschen, die vermisst es doch sehr.
Mit einem Lächeln wartend lässt es sich nieder
„Keine Sorge, wir sehen uns bald wieder.“


 

06.04.2020

Der Pfalzbau ist, wie ein Aushang am Bühneneingang bekannt gibt, „bis auf Weiteres für die Öffentlichkeit geschlossen“. Das Beste hoffend, kommt das kleine Häuflein von Mitarbeitern weiterhin – selbstverständlich den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand wahrend – in das riesige tote Gebäude und bereitet in beharrlichem Optimismus die kommende Spielzeit vor. Aus einem Büro hört man immer wieder gebetsmühlenartig den gleichen Satz „leider müssen wir die Vorstellung xyz absagen“, und die Kollegin, der diese herausfordernde Aufgabe anvertraut ist, hat am Ende des Tages mit starker Mundtrockenheit zu kämpfen.

Eine Sache ist merkwürdig, seitdem die letzte Vorstellung, das Tanzstück „The Waves“ von Noé Soulier aus Frankreich am 11.03. auf den Pfalzbau Bühnen gezeigt wurde. Man könnte meinen, dass die Franzosen ihren Talisman in Ludwigshafen zurückgelassen haben – eine Art Theatergnom vielleicht, dem der Schalk im Nacken sitzt. Wenn Gisela Smieskol oder Andrea Muth beispielsweise den Computer an der Theaterkasse hochfahren, müssen sie mit schönster Regelmäßigkeit golden glitzernden Feenstaub von der Tastatur pusten. Sie sind sogar geneigt zu glauben, die Worte „Bon jour“ und „Bon soir“ entziffert zu haben. In den Büros der Dramaturgie geht der Franzose etwas penetranter vor: sobald Roswita Schwarz oder Carolin Grein telefonieren, tönt es ganz, ganz leise aus einer Ecke: „Silence!“, begleitet von einem heiseren Kichern. Im Büro von Jürgen Seidel versteckt unser französischer Freund mit Hingabe die diversen süßen Köstlichkeiten und schaltet die Kaffeemaschine an und aus. Den Höhepunkt der Frechheit musste allerdings Astrid Hesse eines Morgens entdecken, als sie eine Unterschriftenmappe im Büro des Intendanten ablegen wollte: Unglaublich dreist hatte der Schurke ein Graffiti-Kunstwerk auf dem Smoking von Tilman Gersch mit bunter Kreide hinterlassen.

Die Belegschaft hatte schon überlegt, den unsichtbaren Zuwachs „Corona“ zu nennen, fand diese Idee dann aber zu zynisch. Mittlerweile ist immer von Frédéric die Rede, wenn wieder etwas passiert ist, das man sich mit gesundem Menschenverstand nicht erklären kann. Kaum wagt man sich auszumalen, was Frédéric auf der leeren Bühne alles anstellt, nachts, wenn das Theater schläft. Das ganze Ausmaß dieser Corona-Krise wird man wohl erst einschätzen können, wenn die Bühne wieder von Schauspieler*innen, Sänger*innen und Tänzer*innen bevölkert wird – wir können es kaum erwarten. Wir hoffen, Sie auch. Sie fehlen uns!

Bleiben Sie gesund,

Ihre Pfalzbau Bühnen

Was ist ein Theater ohne Veranstaltungen? Wie können wir Theaterleute Ihnen, unserem treuen und wohlgesonnenen Publikum, über die nächsten Tage und Wochen hinweghelfen?
 

Im Kollegenkreis keimte die Idee auf: Könnte man in diesen traurigen Zeiten den Besucherinnen und Besuchern nicht ein hoffnungsvolles Zeichen geben? Wenn man die Geschichten schon nicht mehr auf der Bühne erzählen darf – könnte man sie dann nicht auf der Homepage und der Facebook-Seite des Theaters erzählen? Wäre es nicht schöner, die Menschen aus ihrem tristen Alltag heraus in lustige, spannende und bilderreiche Phantasiewelten zu entführen, als die immer gleichen Botschaften aus Nachrichtensendungen und Talkshows zu hören, die die allgemeine Verunsicherung eher verstärken? Und schon wurden die ersten Geschichten zu Papier gebracht….
 

Liebe Gäste, liebe Theaterinteressierte, lassen Sie sich überraschen. Wir erzählen Ihnen in den nächsten Wochen Geschichten, kürzere und längere, lustige, traurige, absurde und kurzweilige, und wir möchten Sie damit über diese schreckliche, langweilige, theaterlose Zeit hinwegtrösten. Möge sie schnell vergehen, damit wir zu unserer Stärke zurückkehren können – der Bühnenkunst in all ihren Ausprägungen. Bleiben Sie bei uns und vor allem: bleiben sie gesund!
 

An dieser Stelle lesen Sie in Zukunft alle zwei Tage eine neue Geschichte. Wir wünschen gute Unterhaltung!