 THEATERSAAL
 Sa, 12.11.2011, 19.30 Uhr [BR 1] So, 13.11.2011, 19.30 Uhr [TT, WA] 
 Körper
 Regie / Choreographie: Sasha Waltz Dramaturgie: Jochen Sandig Bühne: Thomas Schenk, Heike Schuppelius, Sasha Waltz Kostüme: Bernd Skodzig Licht: Martin Hauk, Valentin Gallé Musik: Hans Peter Kuhn Repetition: Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola Eine Produktion der Schaubühne am Lehniner Platz Berlin, präsentiert von Sasha Waltz & Guests Koproduktion mit dem Théâtre de la Ville Paris Preise: 44 Euro, 37 Euro, 30 Euro, 23 Euro
Eine 12 Meter hohe Wand mit einem großen Fenster in der Mitte ist die Szenerie für eine der besten deutschen Tanzproduktionen der letzten Jahren: „Körper“ von Sasha Waltz aus dem Jahr 2000. Vierzehn halbnackte Tänzer purzeln auf die Bühnen, ihre Körper umschlingen, verschlingen sich ineinander, erstarren wie unter Hypnose. „Körper“ gilt als ein Schlüsselwerk von Sasha Waltz, die neben Pina Bausch zu den wichtigsten deutschen Choreographinnen zählt. „Körper“ ist absolutes Körper– und Bewegungstheater. Es zeigt in bewegenden und provozierenden Bildern, welche Rolle der menschliche Körper in Kunst, Psychologie, Medizin, Sport, Liebe, Gesellschaft, Gewalt und Religion spielt. Sasha Waltz untersucht damit gleichsam das Verhältnis des menschlichen Körpers zu Raum, Anatomie, Wissenschaft und Geschichte. Sie visualisiert mit dreizehn Tänzerinnen und Tänzern die Hülle und das Innere des menschlichen Körpers, seine Schönheit und Hässlichkeit, seine Sterblichkeit und den Traum vom perfekten Körper. Was ist der Körper? Wie setzt er sich zusammen? Der menschliche Organismus wird sowohl als einheitliches System abgebildet, als auch in seine Fragmente zerlegt. Die untersuchte Anatomie wird in die Geometrie des Raumes übertragen und in den Klangraum des deutschen Komponisten Hans Peter Kuhn.
"Sasha Waltz und ihre Tänzer haben diesen Mut, in der großen Leere zu schwelgen, einer Leere, die einzig eine hoch aufragende schwarze Wand als Raumteiler durchschneidet. In die Nacktheit des Raumes mischt sich die Nacktheit der Tänzer, ebenso nüchtern, ebenso rein. Nur mit hautfarbenen Slips bekleidet und kastenförmigen Imkernetzen über den Oberkörpern, bieten sie sich den Blicken des exquisiten Premierenpublikums dar. ... Sasha Waltz ist eigentlich eine Architektin. Sie kann sich verlassen auf ihr Gespür für effektvolle Formationen und Tänze mit Aplomb. Sie legt Menschenkörper aus zu Stand-Fotografien, ballt Menschengruppen zu Laokoon-Skulpturen, verdichtet Körper so nah, dass sie wie ein einziger erscheinen." Eva-Elisabeth Fischer, Süddeutsche Zeitung 24.01.2000

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 Foto: Bernd Uhlig |


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