David Hughes Dance Company Edinburgh


THEATERSAAL

Do, 9.2.2012, 19.30 Uhr [SG B, TG 5, TG 6, JA]

Matt’s lost his groove
Choreographie: David Hughes
Imploded, Une Rêverie Romantique
Choreographie: Tanja Liedtke
The Red Room
Choreographie: David Hughes, Al Seed
Preise: 33 Euro, 28 Euro, 23 Euro, 18 Euro

Mit einem dreiteiligen Ballett-Abend gastiert die vielbeachtete junge David Hughes Dance Company aus Edinburgh im Theater im Pfalzbau. Der in Leicester geborene David Hughes, Gründungsmitglied der Images Dance Company, schloss sich 1986 Janet Smith and Dancers an, von 1988-1994 tanzte er mit London Contemporary Dance Theatre.  David Hughes wirkte bei der Rambert Dance Company mit und arbeitete freiberuflich für eine Vielzahl an Tanzprojekten.
Im Juli 2005 gründete Hughes mit der Unterstützung des Scottish Arts Councils die David Hughes Dance Company. Auftritte in Schottland und London folgten. 2007 wurde die Compagnie am Byre Theatre in St. Andrews ansässig. 2008 entstand in Zusammenarbeit mit Al Seed das beeindruckende Werk „The Red Room“.

Mit einer skurrilen, schnörkelig-exaltierten Hommage an das erste Ballett ohne Handlung, Les Sylphides, findet sich eine der eigenwilligen Choreographien der jung verstobenen, vielversprechenden Choreographin Tanja Liedtke im Programm. Die designierte künstlerische Leiterin der Sydney Dance Company, die 2007 tragischerweise bei einem Autounfall ums Leben kam, schuf mit Imploded, Une Rêverie Romantique ein spannendes, energiegeladenes Tanzstück in der für sie typischen modernen Bewegungssprache.

Umrahmt wird dieses Stück von zwei Werken des Namensgebers der Gruppe: zum einen von seiner Choreographie Matt’s lost his groove, in dem zwei Männer und ein Motorrad im Mittelpunkt der Ereignisse stehen.  Das Tanzstück untersucht auf eine sehr realitätsnahe und amüsante Weise wo und wie die sehr unterschiedlichen Welten von HipHop und Zeitgenössischem Tanz kollidieren. Zum anderen mit The Red Room, das er gemeinsam mit dem preisgekrönten Theatermacher Al Seed schuf. Inspiriert durch Edgar Allan Poes Erzählung Die Maske des Roten Todes verweben die beiden eine Vielzahl tänzerischer Traditionen mit extremem körperlichem Theater zu einer wahren Horrorshow auf der Bühne.

Bei einem anberaumten ausschweifenden Maskenfest erscheint ein Gast, der - von den übrigen Gästen als degoutant und obszön empfunden - als Roter Tod gewandet, also als Pest auftritt. Als der Prinz dieser persona non grata die Maske entreißen will, entpuppt sich die Gestalt als körperlos, Prospero sinkt tot zu Boden. Der Tod lässt sich nicht überlisten, er ist ein uneingeschränkter Herrscher.
Mit enormen optischen Schaueffekten und in starken, expressiven Bewegungen geben die sechs Tänzer in einer faszinierenden Darbietung die unheimliche Geschichte Poes wider und scheuen dabei keine Kraftanstrengung. So zieht sich etwa eine Figur, die an einen Narr erinnert, durch das Geschehen, als Prügelknabe Opfer brutaler Gewaltexzesse, aber selbst ständig auf der Lauer liegend, um seinerseits zum Täter zu werden – ein bedrückendes Abbild unserer Zeit. So steht die gesamte dekadente Hofgesellschaft im Zeichen des Verfalls. In The Red Room werden unsere Kultur, ihre Gier und ihr Machtstreben, auf eine dunkle, vielschichtige und verzerrte Weise reflektiert und durch die dynamische, internationale Company von Tänzern auf unheimliche Art zum Leben erweckt.



Foto: Guy Veale