 THEATERSAAL
 Mi, 26.10.2011, 19.30 Uhr [BR 2] Do, 27.10.2011, 19.30 Uhr [SG A, TG 1]
 Canela Fina
 Choreographie, Licht, Bühne: Cayetano Soto Musik: Michael Gordon – Weather I Kostüme: Cayetano Soto / Nadja Kadel La Valse Choreographie: Luiz Arrieta, Musik: Maurice Ravel Coisas que ajudam a viver Choreographie: Susana Yamauchi, Musik: Ed Cortes Licht: Sergio Funari, Bühne: Cassio Amarante Kostüme: Simone Mina Preise: 38 Euro, 32 Euro, 26 Euro, 20 Euro
Wo auch immer das Balé da Cidade de Sao Paulo auftritt, überzeugt es durch seinen Ensemblegeist, außergewöhnliche Virtuosität, tänzerische Verve und Dynamik. Mit furiosem Elan zeigt sich die Compagnie als ein einziges Energiebündel auf der Bühne, dessen urwüchsige Lebenslust ungemein ansteckend ist und seine Zuschauer mit innerer Glut durchseelt. Als die ungewöhnliche und heute berühmte Tanzkompanie 1968 gegründet wurdesollte sie in erster Linie das Programm des Schauspielhauses der größten Metropole Lateinamerikas ergänzen. 1974 schuf Antonio Carlos Cardoso dann eine moderne Compagnie mit Tänzern, die seine originellen und innovativen Ideen umsetzen konnten. Aus dieser Zeit stammt sowohl der Name der Gruppe, Balé da Cidade de São Paulo, als auch der außergewöhnliche Status: Bis heute ist das Balé da Cidade in die offizielle Struktur des Theaters eingebunden und dabei doch unabhängig. In den 80er Jahren prägten zahlreiche wichtige Choreographen, Regisseure, Bühnenbildner, Maler und Musiker den Stil der Compagnie. Auf Grund dieser vielfältigen Einflüsse entwickelte sich auf der Basis moderner Tanztechniken eine eigene Sprache und Ästhetik.
Die Choreographie „Canela Fina“ des katalanischen Shootingstars Cayetano Soto aus dem Jahr 2008 bringt ein entfesseltes Ensemble auf die Bühne. Hochgeschwindigkeits-Athleten ergreifen Besitz von der Bühne und entfalten im Nu eine ungemein sinnlich aufgeladene Atmosphäre. Ein emotionaler Ausnahmezustand liegt in der Luft, ganz im Sinne der titelgebenden spanischen Redewendung “Canela fina”. Wörtlich hieße das „feiner Zimt“ - ein Gewürz mit aphrodisierender Wirkung. „Canela fina“ erhielt noch im Entstehungsjahr einen Publikumspreis als beste Tanzproduktion Brasiliens. Besinnlicher geht es in „La Valse“ zur Musik von Maurice Ravel zu. So variationsreich wie die Musik sind auch die tänzerisch umgesetzten Stimmungen von Liebespaaren zwischen Verschmelzung und Abneigung, zwischen Sehnsucht und Verzweiflung. In „Coisas que ajudam a viver“ führt Susana Yamauchi Momentaufnahmen des Lebens vor Augen. Wodurch wird uns das Leben lebenswert? Auf die Szene einer innigen Paarbegegnung folgt eine glutrote Sonne, die sich wie ein überdimensionierter Luftballon über den Stränden Brasiliens erhebt. Clowns marschieren durch eine Hochzeitsgesellschaft, ein herumstreunender Hund jagt einem Ball hinterher und schließt Freundschaft mit einem Passanten. Es gibt viele verschiedene Momente des Glücks, wir müssen sie nur erkennen und nutzen, so lautet in etwa die Botschaft.
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 Foto: Silvia Machado |


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