No Time for Art 0 & 1

So, 26.2.2012, 19.30 Uhr
No Time for Art 0 & 1
Theaterperformance
Regie: Laila Soliman
Einheitspreis 18 Euro, ermäßigt 10 Euro
Dokumentarische Performances, die auf das gewaltsame Einschreiten von Polizei und Militär im heutigen Ägypten Bezug nehmen


knock knock knock until you die…
diaries, testimonies, sounds, movements, bullets, resistance
and whatever makes a revolution


No Time for art / 0
Die interaktive Performance ist den Märtyrern der Revolution gewidmet.

No Time for art / 1
Diese Performance stellt drei Zeugenaussagen einander gegenüber, die in ihrer Brisanz  miteinander verschmelzen; durch szenische Schnitte wird die Gewalt und Ungerechtigkeit von Polizei und Militär vor und nach der Revolution in Ägypten verglichen.
Ein junger blinder Musiker, die Zeugenaussage eines Gefangenen, dem seine Schwester ihre Stimme verleiht, und ein junger Schauspieler erzählen jeweils ihre eigene Geschichte, die zu einer einzigen zusammenfließt.

Staatskunde, Lektion 1:
Wie stellt man einen richtigen Verbrecher dar?
Molotowcocktails braucht man, Messer und Bomben aus Tee auch.
Ordentlich werden diese nun von einem Soldaten vor dem jungen Mann ausgebreitet, danach wird schnell noch das Licht eingerichtet. Fertig ist die Inszenierung für den Fernsehprozess. In der Werbepause wird dann weiter gefoltert.

In No Time for Art / 1 verdichtet Laila Soliman Notizen aus Tagebüchern und persönliche Berichte zu einem eigenen Prozess. Zwischen Schock und Wut, Verzweiflung und Sarkasmus spielen sich drei Schauspieler in wechselnden Rollen durch Erlebnisse mit Polizei und Militär.
Sie ergänzen und zerteilen Handlungsfäden, die sich um die brutale Festnahme zweier willkürlich Inhaftierter spinnen: Oktober 2007 der eine, März 2011 der andere.

Minimalistisch ist die Ausstattung dieser dokumentarischen Performance; die Kraft geht von den Worten der präzise aneinander geschnittenen Zeugnisse aus. Die Dichte überfordert und berührt. Ohnmacht und Widerstand liegen in dieser Auseinandersetzung mit der prä- und postrevolutionären Brutalität nah beieinander.
Im Hintergrund flackert der Staatskanal. Gepriesen wird der Erfolg des Militärs über die „Verbrecher, welche die Öffentlichkeit terrorisiert haben”.