Der Gott des Gemetzels


THEATERSAAL

Sa, 29.1.2011, 19.30 Uhr [S, TG 6]


Der Gott des Gemetzels

Komödie von Yasmina Reza
Inszenierung: Bernd Mottl
Bühnenbild und Kostüme: Friedrich Eggert
Mit Jacqueline Macaulay, Adnan Maral, Anna Stieblich, Henrik Schubert
Euro-Studio Landgraf
Preis: 14 Euro bis 26 Euro

Eigentlich ist das Schlimmste schon geschehen. Zwei 11-jährige Jungen haben sich geprügelt, der eine hat mit dem Stock zugeschlagen, der andere hat zwei Schneidezähne verloren.
Doch aus dem nachfolgenden Treffen der dazugehörigen Eltern, das so kultiviert und friedlich begonnen hat, entwickelt sich ein Gemetzel, das das der Kinder bei Weitem übertrifft.
Die Hauptpersonen dieses katastrophalen Abends sind die Eltern des Zähne zertrümmernden Täters, Alain und Annette, sowie die Eltern des Opfers, Veronique und Michel. Die eigentliche Intention des Treffens ist ein Gespräch über pädagogisch sinnvolle Strafen und ernst gemeinte Entschuldigungen des Täters sowie ein Schriftstück zur Schadensregulierung für das Opfer. Schon bei der Formulierung entzündet sich der erste Konflikt und die Situation eskaliert. Es ergeben sich überraschende Fronten und Koalitionen, bei denen das eigentliche Ziel des Treffens restlos aus den Augen verloren wird. Das Fazit: ein ertränktes Handy, zwei zerfetzte Blumensträuße und vier erwachsene Menschen jenseits von Gut und Böse.
Mit diabolischem Humor und erbarmungsloser Treffsicherheit spießt Yasmina Reza die moderne bürgerliche Gesellschaft auf und liefert wieder einmal einen Leckerbissen fürs Publikum. Der Gott des Gemetzels reiht sich damit in die Riege seiner erfolgreichen Vorgänger Kunst und Drei Mal Leben ein, mit denen die Ausnahme-Autorin Yasmina Reza zur weltweit meistgespielten zeitgenössischen Dramatikerin wurde.