 THEATERSAAL
 Di, 8.2.2011, 11.00 Uhr
 Clyde und Bonnie
 Jugendstück von Holger Schober
Regie: Ulrike Stöck
Ausstattung: Birgit Kofmel
Mit Rebecca Madita Hundt und Manuel Moser
Comedia Koeln
Einheitspreis 12 Euro, erm. 7 Euro
Bonnie heißt schon immer Bonnie. Clyde heißt eigentlich Werner, aber Bonnie nennt ihn Clyde. Sie sind jung. Sie sind verliebt und sie gehören zusammen. Bonnie konnte noch nie mit Geld umgehen und Clyde hatte nie welches. Sie waren das Produkt ihrer Zeit. Amerika in der großen Depression. Millionen Arbeitslose. Kein Job, kein Geld. Nichts zu beißen und keine Aussicht auf Besserung. Deshalb eifern sie ihren berühmten Namensvettern nach und fangen an, Banken zu überfallen. Clyde zufolge ist es moralisch vertretbar, eine Bank auszurauben, da sie Verbrecher sind, und außerdem sind die ja versichert. Auf Bonnies Frage, ob es denn moralisch vertretbar sei, die Versicherungen um ihr Geld zu erleichtern, meint Clyde, dass jemand, der in der Versicherungsbranche arbeitet, keinen Anspruch auf Moral hätte.
Die beiden sind zunächst äußerst gewieft, rauben eine Bank nach der anderen aus und treiben die Polizei mit ihrer ausgeklügelten Fluchtmethode an den Rand der Verzweiflung. Wer allerdings mit dem Feuer spielt, der kann sich auch verbrennen, und wenn man sich selbst in die Schusslinie stellt, darf man sich nicht wundern, wenn man von einer Kugel getroffen wird.
»In zeitgemäßer Sprache für ein jugendliches Publikum reißt Holger Schobers Stück komplexe gesellschaftliche Probleme an und macht Zusammenhänge klar. Und Ulrike Stöcks präzise Inszenierung ist dank sehr präsenter Schauspieler sexy, hat Tempo, Schwung und Action, wenn Bonnie und Werner in ohnmächtiger Wut über die Einkaufswagen herfallen. Aber sie hat auch ihre romantisch-innigen Momente, wenn das Paar sich trotz anfänglicher Ängste langsam nähert und schließlich das Licht ausgeht.« Kölnische Rundschau
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