Siegfried


THEATERSAAL

Fr, 26.10.2012, 18.00 Uhr
So, 28.10.2012, 16.00 Uhr


Siegfried

Musikalische Leitung:  Karl-Heinz Steffens
Inszenierung und Ausstattung: Hansgünther Heyme
mit: Andreas Schager, Ralph Ertel,
Gérard Kim, Gerd Vogel,
Christoph Stegemann, Deborah Humble,
Lisa Livingston, Ines Lex
Eine Koproduktion von
Theater im Pfalzbau Ludwigshafen
und Oper Halle in Kooperation
mit der Deutschen Staatsphilharmonie
Rheinland-Pfalz
Preise: 65 Euro 55 Euro 40 Euro 20 Euro


Die Entwürfe des Kostümwettbewerbs Create Siegfried!, den Hansgünther
Heyme im Vorfeld seiner Inszenierung des dritten Teils des Rings ausgeschrieben hatte, bestätigten ihn in seiner Vision dieses »Helden«. Denn die 140 Einsendungen spiegelten in ihren Heldenbildern nicht Äußerlichkeiten wie Muskeln oder zum Ideal erhobene Blondheit wider, sondern hoben in ihren Textbegründungen die Heldentat als herausragendes Merkmal hervor.

Eng verbunden mit dem Bild des Helden ist die Hoffnung auf Besserung, Rettung, Erlösung. Nach der Walküre, die in einer Katastrophe endet, braucht es einen Erlöser und Hoffnungsträger. »Siegfried gehört noch der alten, der Wotan-Welt an. Er ist die große Hoffnung dieser alten Welt, der alten Vorstellungen von Macht und durch Generationsabfolgen gesicherten Herrschaft. Wotan ist der Inthronisator Siegfrieds, ja er ist gleichsam der Theatermacher in Siegfried. Wotan bringt Sieglinde, der Mutter des Helden, den Waldvogel – auf die Szene. Wotan zieht die Theater-Prospekte zu Siegfrieds Initiations-Riten, den Drachen« – so Heyme. Siegfried verkörpert ein neues Menschenbild voller Reinheit, das noch nicht vom Streben nach Macht, nach Geld, nach Gold verdorben ist. Ohne Kenntnis seiner Herkunft in die Welt geworfen, ist Siegfried auch auf der Suche nach sich selbst und soll doch vornehmlich als Retter tätig werden, soll die Welt von allem Schmutz brutaler Politik befreien.

»Im ersten Akt ist Siegfried eine Eichendorff’sche Figur, ein Taugenichts eben, der trotzdem, oder gerade deswegen auserkoren ist, die Welt zu verändern. Von solchen reinen, also unschuldig-naiven Versuchen, die Welt zu verändern, haben wir in der deutschen Literatur sehr viele. Konfrontiert mit realer Politik, werden sie missbraucht, korrumpiert. Solche großen törichten Hoffnungsträger sind nie dumm, nicht einmal einfältig. Sie sind offen, ohne Haut, ohne Wissen um die Intrigen der Welt. Siegfried wird bereits in der ersten Begegnung mit realpolitischer Brutalität, mit Hagen, mit Gunther – in Worms – getötet, missbraucht, geschlachtet. Aber das ist ja dann schon die Situation zu Beginn der Götterdämmerung.«
Hansgünther Heyme, Auszug aus einem Interview von Franz Pommer in der Rheinpfalz