Carmina Burana / Astutuli


THEATERSAAL

Do, 22.3.2012, 19.30 Uhr [MT, TG 4, TG 5, WA]


Carmina Burana / Astutuli

Werke von Carl Orff
Oper / Ballett
Cantiones profanae (weltliche Gesänge)
nach Texten aus der Benediktbeurer Handschrift /
Eine bairische Komödie – Text vom Komponisten
Musikalische Leitung: Roger Boggasch
Inszenierung u. Choreographie (Carmina Burana): Stefano Giannetti
Inszenierung (Astutuli): Johannes Reitmeier
Ausstattung: Johannes Reitmeier und Stefano Giannetti
Chor: Ulrich Nolte
In lateinischer und mittelhochdeutscher Sprache (Carmina Burana) /
In bayrischer Mundart (Astutuli)
Preise: 44 Euro, 37 Euro, 31 Euro, 23 Euro

Als 1803 die alten bayerischen Klöster aufgehoben wurden, brachte man ihre Bücherschätze in die Münchener Hofbibliothek. Darunter war eine Pergamenthandschrift des 13. Jahrhunderts mit mittellateinischen Dichtungen aus dem oberbayerischen Benediktbeuern. Ihrem Inhalt nach ist die Handschrift »Carmina Burana« eine Anthologie, eine Sammlung, die einen bunten Querschnitt durch die weltliche lateinische Lyrik des 12. und 13. Jahrhunderts bietet. Mit Selbstverständlichkeit wurden hier die Singweisen kirchlicher Hymnen und Sequenzen für die profanen Dichtungen übernommen. Fast einem Drittel der Stücke des Buranus sind linienlose Neumen übergeschrieben, graphische Zeichen, die im Mittelalter anstelle unserer modernen Noten verwendet werden, um einen ungefähren Melodieverlauf wiederzugeben.
Carl Orff, einer der eigenständigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, griff diese weltlichen Lieder in lateinischer und mittelhochdeutscher Sprache für Carmina burana auf. Die Komposition für drei Gesangssolisten und großen Chor ist durch eine elementare, rhythmische Einfachheit geprägt.
Das Stück Astutuli, im Untertitel als eine »bairische Komödie« bezeichnet, handelt von einem reisenden Gaukler, der in einer kleinen Stadt zu einer Theateraufführung lädt. Seine bildlichen Suggestionen sind so stark, dass sich die Zuschauer schon im »kakanischen« Land, einer Art Schlaraffenland, wähnen. Und so ziehen alle bereitwillig ihre Kleider aus, um das »kakanische Gewand« anzuprobieren. Doch wie böse ist das Erwachen, als sie feststellen müssen, dass plötzlich alle Kleider verschwunden sind.