 GLÄSERNES FOYER
 26.11.2010, 19.30 Uhr
 Die Unvernunft der Götter und der Wirtschaft – Wagners Rheingold
 Vortrag von Jochen Hörisch
Einheitspreis 5 Euro 
Die meisten Wirtschaftstheoretiker gehen noch heute vom Modell des homo oeconomicus aus, der sein Handeln nach rational-choice-Kritierien steuert. Nicht so Wagner. Er führt uns, gerade wenn er wie im Rheingold von Verträgen, Investitionen, Äquivalenzen, Tausch- und Täuschungsakten handelt, in urmythische und religiös-irrationale Sphären. Vieles, so die leitende Vermutung des Vortrages, spricht dafür, dass Wagners ökonomischstes Musikdrama ein Licht auf die Wirtschaft des 19. Jahrhunderts wirft - und auf die anhaltende Krise in der Banken- und Finanzsphäre.
Prof. Dr. Jochen Hörisch studierte von 1970 bis 1976 Germanistik, Philosophie und Geschichte an den Universitäten Düsseldorf, Paris und Heidelberg. Nach seiner Habilitation 1982 war er Privatdozent und Professor an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seit 1988 ist er Ordinarius für Neuere Germanistik und Medienanalyse an der Universität Mannheim. Gastprofessuren bekleidete er u. a. an Universitäten in Paris und Princeton.
Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen und publizistischen Tätigkeit betreffen die vielfältigen Dimensionen des »Verstehens« jeder Art von Medien, angefangen bei Texten in Büchern bis hin zu den neuen Medien. Fragen nach der Funktion von Medien stellt Hörisch in gleicher Weise an Gegenstände wie Brot und Wein (als Medien der Abendmahlszeremonie) oder das Geld (als ein Medium des Tauschhandels).
Seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen werden ergänzt durch regelmäßige öffentliche Auftritte, sei es in Vorträgen, Podiumsdiskussionen oder im Radio. Bei diesen Gelegenheiten behandelt Jochen Hörisch oft weitere Bereiche aus seinem Interessenspektrum, so z.B. Fragen der Philosophiegeschichte und musikalische Themen.
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