Samstag, 25.2.2012, 21.00 Uhr El General Rap aus Tunesien Einheitspreis 12 Euro, ermäßigt 7 Euro
In seinem ersten Rap, den der Tunesier El Général im Alter von 18 Jahren schrieb, stellte er die Frage ‚Malesh? (Warum?)‘, mit der er sich an das Regime seines Heimatlandes wandte, das nichts gegen Korruption, Diebstahl und Gewalt unternahm. Deutlicher noch wurde er mit dem Stück „Sidi Rais (Mr. President)“, mit dem er einen Appell an Ben Ali, den tunesischen Präsidenten, richtete. Er enthielt die Aufforderung, gegen die Korruption vorzugehen. Erst später wurde ihm klar, dass der Präsident selbst darin verstrickt war. Das große Vorbild El Générals ist der amerikanische Rapper Tupac Shakur, obwohl er starb, als El Général gerade sechs Jahre alt war. „Tupacs Rap war revolutionär. Als ich Rapper wurde, war ich nicht auf der Suche nach Liebe. Ich wollte einfach möglichst viele Menschen erreichen.“ Zum eigentlichen Protestlied und zur Hymne der arabischen Revolution und der Demonstranten auf dem Tahrir-Platz in Kairo wurde jedoch „Rais Lebled“. In dem Rap, dessen Titel mit „Der Chef meines Landes“ übersetzt werden könnte, fasst El Général Dinge in Worte, die Millionen nicht zu sagen wagten: „Herr Präsident, Ihr Volk stirbt“ – Worte, die später auch die Demonstranten in Ägypten, Algerien, Bahrain, Libyen und Marokko skandierten.
In allen Bereichen des täglichen Lebens sind die Auswirkungen der Korruption spürbar: Auf der Straße missachtet die Polizei die Würde der Menschen. Bei Gericht reicht es, die Richter zu bestechen, um glimpflich davon zu kommen, während die Armen im Gefängnis landen. Geschäftsinhaber werden von Immobilienhaien manipuliert, die wiederum die Interessen des Präsidenten vertreten. Besonders schmerzlich ist es aber für El Général, wenn seine nächste Umgebung darunter leidet: „Meine Eltern haben beide einen guten Job. Wir sind nicht arm, aber viele meiner Freunde haben mit Ungerechtigkeiten zu kämpfen.“
In Tunesien wurden die Konzerte El Générals verboten, er durfte seine Lieder nicht aufnehmen und für den Hörfunk ist er tabu. Doch auf soziale Netzwerke hat die Regierung keinen Zugriff und über Youtube kann er seine Musik für jedermann zugänglich machen. 
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