 Gegenentwürfe zu Wagner
 (...) Die Programmidee, Kammermusik von Debussy, Brahms und Schönberg als Gegenentwurf zu Wagners Monumentalzyklus, zeugte wieder einmal von Steffens’ dramaturgischer Intelligenz. (...) Entscheidend mitbedingt wurde selbstverständlich die begeisternde Wirkung des Konzerts durch die spielerische Bravour des Musikchefs der Staatsphilharmonie und früheren Soloklarinettisten der Berliner Philharmoniker. Dass man es mit einem überlegenen Virtuosen und ebenso eleganten wie fantasievollen Instrumentalisten zu tun hatte, stand gleich bei den ersten Tönen von Debussys Rhapsodie fest, die Steffens außergewöhnlich einfühlsam, mit einem Höchstmaß an Klangraffinement und ausgeprägtem Gespür für die Fantastik der bizarren Arabesken des Stücks vortrug. Höchst eindringlich und expressiv geriet auch die Wiedergabe des Brahmsschen Spätwerks, dessen wehmütige Abschiedsstimmung und herbstlich verhangene Melancholie sich hier bei kammermusikalischem Feinschliff auf differenzierteste Art mitteilen. (...) Schließlich „Pierrot lunaire“, ein bahnbrechendes Standardwerk der Moderne des frühen 20. Jahrhunderts. Bei den gleichsam irrealen, märchenhaften Tönen der sieben Miniaturen nach Gedichten des belgischen Lyrikers Albert Giraud (...) profilierten sich Mitglieder des Ensembles als sehr kompetente, stilistisch versierte, technisch brillante Kammermusiker und stellenweise Solisten. (...)
DIE RHEINPFALZ
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