 Richard Vardigans stimmt im Theater im Pfalzbau auf Wagners "Walküre" ein
 Vor der Premiere der Ludwigshafener „Walküre“ von einem Fachmann zu erfahren, worum es im zweiten Teil des Wagner-Epos „Der Ring des Nibelungen“ eigentlich geht – der Bedarf ist offensichtlich groß. Der in Dresden lebende Engländer Richard Vardigans brauchte gerade einmal eine sehr unterhaltsame gute Stunde, um die Zuhörer im Gläsernen Foyer des Theaters im Pfalzbau auf das Werk einzustimmen. (…) Bei „Oper mal anders“ fehlt alles, was einen großen Opernabend ausmacht: ein großes Orchester, dralle Sängerinnen und imposante Sänger, schicke Kostüme, mit viel Aufwand hergestellte Bühnenbilder und auch die heimlichen Blicke auf die Uhr, wenn nach zweieinhalb Stunden etwa die Hälfte der Aufführung über die Bühne gegangen ist. Dafür gab es die ganze Geschichte von Siegmund und Sieglinde, Wotan, Brünnhilde und all den anderen sehr kompakt. Vardigans hat das Drama um Ehebruch, Inzest und Ermordung des eigenen Sohnes einerseits auf die wesentlichen Punkte reduziert und andererseits an der einen oder anderen Stelle ein wenig ausgeschmückt. (…) Und was Richard Vardigans definitiv nicht hat, das ist falscher Respekt vor dem berühmten Komponisten, mit dem er den Vornamen teilt. „Falls Sie geschlafen haben, spielt Wagner das Motiv nochmal. Und falls die Trompeten gekiekst haben, haben Sie noch eine Möglichkeit.“ (…) Bei Vardigans jedenfalls ist kein einziger Zuhörer weggedämmert. Er mag mitunter ein bisschen schräg, ein bisschen schrill oder ein bisschen schullehrermäßig rübergekommen sein. Aber er entpuppte sich als großer Fachmann mit feinem Witz. Und als erstklassiger Pianist.
Die Rheinpfalz
 "Walküre" mit Witz und virtuosem Spiel erklärt
 (…) Sie ist nicht eben unkompliziert, die Handlung von Richard Wagners Musikdrama „Die Walküre“. Richard Vardigans allerdings gelingt es bei seiner „musikalischen Opernreise“ den Zuschauern im Gläsernen Foyer des Pfalzbautheasters Geschehen und Musik des Wagner-Werkes auf so erhellende wie amüsante Weise nahe zu bringen. „Oper mal anders“ heißt die gut besuchte Veranstaltung, die sich nicht nur für diejenigen empfiehlt, die vor dem 21. Oktober noch einmal einen Schnellkurs in Sachen „Der Ring des Nibelungen“ belegen wollen: Dann feiert mit der „Walküre“ unter der Regie von Hansgünther Heyme der zweite Teil der Opern-Tetralogie im Theater im Pfalzbau Premiere – „Oper mal anders“ gehört zum „Ring“-Beiprogramm. Mit trockenem Witz und virtuosem Spiel lädt der Dirigent und Pianist Vardigans seine Zuhörer dazu ein, ihm auf die verschlungenen Pfade der wagnerianischen (Musik-)Welt zu folgen. Er stellt die musikalischen Motive der Protagonisten vor, zeigt, wie sie sich im Handlungsverlauf und Kontext verändern. Er lässt etwa Wotans Gattin Fricka auftreten („Sie hören gleich, wenn sie kommt, dass sie etwas unsympathisch ist“) und Brünnhilde samt ihren Walküren stürmisch durch den Saal galoppieren. (…) Wer nach diesem gelungenen Vortrag das Theater verlässt, darf sich bestens für die „Walküre“-Premiere gerüstet fühlen.
mav, Mannheimer Morgen
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