 Immer noch mehr Hoffnung
 Willkommen in der Wirklichkeit: Nach den Göttern, Riesen und Zwergen des "Rheingold" hat sich Hansgünther Heymes "Ring"-Inszenierung mit er "Walküre" im Schlamm der menschlichen Existenz vergraben. (...) Zu erleben war eine auch sängerisch und musikalisch ungemein aufregende Deutung des dramaturgischen Herzstückes der Tetralogie – mit einer Staatskapelle Halle unter Karl-Heinz Steffens in Höchstform. (...) Die Riesen und Zwerge des „Rheingold“ liegen hinter uns. Die „Walküre“ ist eine Art Rosskur. Schluss ist’s mit den Tändeleien des Vorspiels. Jetzt wird gemordet, gebrandschatzt, geschändet, gemetzelt. Es wird endlich geliebt. Also gelebt. (...) Die Szene zwischen Fricka und Wotan, an deren Ende die abgrundtiefe Verzweiflung des vermeintlich mächtigen Gottes steht, hat man jedenfalls kaum je so spannend erlebt. So, dass man begreift, in welch grausam tragisches Schicksal Wotan verstrickt ist. (...) Das Ensemble, dass Steffens zusammengestellt hat, ist ein echter Coup: Thomas Mohr tritt als Siegmund den Beweis an, dass Wagner auch Belcanto ist. Über wie viel Kraft er verfügt, beweist er in seinen demonstrativ ausgestellten „Wälse“-Rufen des ersten Aktes. Da hat er als Sieglinde Carola Höhn an seiner Seite, deren Rollendebüt zu einer darstellerischen wie stimmlichen Großtat gerät. (...) Der Vorhang der Hoffnung verschließt wieder das Bühnengeschehen vor unseren Augen. Die Hoffnung auf zwei großartige Opernabende in Ludwigshafen ist groß. Und berechtigt.
Frank Pommer, Die Rheinpfalz
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