Es ist schlichtweg genial, wie Bastian Kraft und sein Dramaturg Tarun Kade aus Hegemanns schwer verdaulichem Tagebuchnotizenwust eine Geschichte destilliert haben und wie die fünf Schauspieler diese präsentieren, schwankend zwischen überdrehter Pose und echter Verzweiflung. Vor allem Victoria Trauttmansdorff, abwechselnd als die von Mifti angebetete Alice und als ihre Mutter auftretend, verleiht den verspielten, sich selbst widerlegenden Sätzen die nötige Dringlichkeit: Als die Älteste in der Truppe, vielleicht Mitte vierzig, macht sie deutlich, dass eben tatsächlich nicht unendlich viel Zeit bleibt, verschiedenste Leben und Posen auszuprobieren. Genau genommen nur noch fünfzehn Minuten. So wird aus einem bescheuerten Text ein großartiges Theaterstück. Deutschlandradio Kultur
Dort hat man sich Helene Hegemanns frühreifer Wundertüte voller postpubertärer Angst, leidvoller Sinnsuche und trotziger Scheißegal-Mentalität angenommen. Bastian Kraft (der zusammen mit Tarun Kade auch die Textfassung erstellte) umarmt die Vorlage mit aller Herzlichkeit. Und zieht dann sein eigenes Ding durch. Es ist eine umwerfend geglückte Übersetzung ins andere Medium – was für ein Theater! [...] Axolotl ist verspielt, verrückt – und fantastisch! Hamburger Morgenpost
Der Konsum- und Erlebniszwang bildet sich in einer solchen Schlagzahl von symbolischen Gegenständen auf dem Laufband ab, dass die Bühnenarbeiter hinter der Kulisse zwei Stunden lang zwischen Lager und Bühne hin und her joggen müssen. Und die handelnden Personen haben übertriebene Zirkus-, Pop- und Glamour-Attribute, wie sie in den Videos alternativer Rockbands oder von Lady Gaga auftauchen. So ausstaffiert, erfinden Lisa Hagmeister, Birte Schnöink, Cathérine Seifert, Victoria Trauttmansdorff und Sebastian Zimmler eine spielwütige Groteske nach der anderen. Die blasierten Dialoge verwandeln sich in Volkstheater, die absurden Erlebnisse in große Komödie, die Lächerlichkeit elterlicher Fürsorge in knappe Sketche. Süddeutsche Zeitung
Vorne aber steht Birte Schnöink und strahlt und ruft in kindlicher, ungekünstelter Demonstrations-Verzückung immer wieder: "Das ist mein Leben! Das ist mein Leben!" Dann lässt sie nach Lust und Laune das Laufband anhalten und weiterfahren, die eigenen Lebensepisoden von den anderen Darstellern in immer neuen Versionen vorführen, unterbricht, inszeniert ihre eigene Geschichte, beginnt von vorn. Es steckt ein existentielles Glück in dieser Szene, das der Roman selbst nicht erreicht. Ein Glück des Spiels und der Selbsterfindung, das sich mit Wucht auf das berückte Premierenpublikum überträgt. Der alte Skandal ist spätestens jetzt sehr weit weg, das reine Glück des Theaters aber so nah und rührend wie selten. nachtkritik.de

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