THEATER IM
PFALZBAU
Pfalzbau 15 Tanz
Tanz

NICHT SCHLAFEN

Freitag20. April20.04201819:30 UhrTickets 35 € - 20 €
Tanz

NICHT SCHLAFEN

Von Alain Platel

Ins Zentrum seines neuen Werkes stellt der belgische Choreograph Alain Platel Gustav Mahlers Musik, die in der Aufführung seine Biographie und die Zeit und die Orte, an denen er lebte, untermalt: Österreich (und darüber hinaus Europa) im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Besondere Aufmerksamkeit widmet Platel dabei den turbulenten frühen Jahren des 20. Jahrhunderts – Mahler starb 1911 –, die  in die schwerwiegenden Krisen und Tragödien der beiden Weltkriege mündeten. Der Historiker Philipp Blom beschreibt diese Zeit eindringlich in seinem Buch Der taumelnde Kontinent, das für Alain Platel der Ausgangspunkt der Probenarbeit mit seinen Tänzerinnen und Tänzern wird. Blom entdeckt nicht nur Parallelen zwischen den damaligen Ereignissen und unserer Gegenwart, er zeigt auch, inwiefern Mahlers Musik und die Kunst im Allgemeinen ein Ausdruck der Wirrungen und Emotionen jener Zeit waren. Platel formt diese Thematik mit seinen wunderbar wandelbaren Tänzern zu packenden und verstörenden Bildern, in denen Gewalt und Schönheit dicht beieinanderliegen. Mahlers Schreckensfantasien und Himmelsvisionen, die zutiefst quälerische Innenschau der Sinfonien übersetzt er im Tanz zu einer großartigen Vision.

In seiner neuen Produktion aus dem Jahr 2016 schart Alain Platel einige Künstler um sich, die schon länger mit ihm verbunden sind. Die musikalische Leitung liegt in den Händen des Komponisten Steven Prengels. Musikalisch ließen sich die beiden nicht nur von Liedern und kurzen Ausschnitten aus Gustav Mahlers Werk inspirieren, sondern auch von den polyphonen Traditionen, die Platel durch die kongolesischen Sänger Boule Mpanya und Russell Tshiebua bei Coup Fatal kennenlernte. Die aus neun Mitwirkenden bestehende Besetzung umfasst eine Reihe von Tänzern, mit denen Platel bereits früher gearbeitet hat, sowie einige neu entdeckte Talente.

Alain Platel gründete 1984 mit Freunden und Verwandten ein Kollektiv, das sich bald nach seiner Gründung in Les ballets C de la B umbenannte. Mit der Gruppe entstanden unter anderem die Stücke
Emma (1988), bei dem Alain Platel Regie führte, Bonjour Madame (1993) und lets op Bach (1998). Letzteres stellte den Durchbruch der Gruppe dar.

Die Stücke von Alain Platel beschäftigen sich mit den vielfältigsten Themen, Menschen und Orten. In C(H)OEURS (2012), Platels bisher größtem Projekt, nutzt er bekannte Chorpassagen aus Verdis und Wagners Opern. Coup Fatal (2014), eine Zusammenarbeit mit Fabrizio Cassol, beschäftigt sich hingegen mit den realen Lebensbedingungen der im Stück mitwirkenden Musiker aus dem Kongo, und in tauberbach (2014, eingeladen zum Berliner Theatertreffen) geht es um Menschen, die auf einer Mülldeponie leben.

Les Ballets C de la B Belgien

Koproduktion mit Ruhrtriennale u.a.

FR, 20.04.18, 19:30 UHR, TT, WA

Preise
35 € / 30 € / 25 € / 20 €