THEATER IM
PFALZBAU
Pfalzbau 14 Schauspiel
Schauspiel

Ajax

Donnerstag10. März10.03201611:00 UhrTickets 12 € - 7 €
Donnerstag10. März10.03201619:00 UhrTickets 12 € - 7 €
Schauspiel

Ajax

Projekt mit Jugendlichen nach Sophokles

Nach dem Tod des Achill werden dessen Waffen nicht Ajax, dem besten Kämpfer, sondern Odysseus zugesprochen. Ajax ist in seiner Ehre tief gekränkt und sinnt auf Rache. Um Schlimmes zu verhindern, lenkt die Göttin Athene seinen Zorn auf eine Herde aus Schafen, die Ajax wie besinnungslos schlachtet. Als er seinen Irrtum erkennt, entzieht er sich der Schmach und dem Spott der anderen durch Selbstmord. Gegen den Brauch und den Befehl der Heerführer Menelaos und Agamemnon setzt sich Odysseus dafür ein, dass sein ehemaliger Rivale durch ein ordentliches Begräbnis nach dem Tod Ruhe finden kann.

In der Regie von Tilman Gersch spielen Jugendliche das antike Theaterstück von Sophokles entlang moderner Leitfragen: Was bringt einen Menschen dazu, eine Gewalttat oder gar einen Amoklauf zu verüben? Was bewegt einen Menschen zu einem Selbstmordattentat? Gerade in einer Zeit voller Gewalt auf der ganzen Welt zeigt sich die große Aktualität des antiken Dramas. Die 15 jugendichen Darstellerinnen und Darsteller zwischen 12 und 18 Jahren haben zum Großteil Migrationsgeschichte und bringen Impulse mehrerer Kulturen und Sprachen in die Arbeit ein. Kernsätze des 2000 Jahre alten Textes wie „Wohin gehen? Wo bleiben?“ werden in verschiedenen Sprachen gesprochen und entwickeln auf der Bühne eine starke Eindringlichkeit. Gedanken an Flüchtlingsströme und das Gefühl der Entwurzelung drängen sich auf.

Tilman Gersch hat jede Rolle mit mindestens zwei Darstellern besetzt. Ajax, den der Regisseur als Prototypen eines Attentäters zeichnet, wird von einem deutschen und einem iranischen Jungen gespielt. Dadurch wird die Figur des Ajax nicht in einem bestimmten Kulturfeld verortet. Wie konkret in der jahrtausendealten Geschichte ungeklärte Fragen des 21. Jahrhunderts angesprochen werden, ist nicht zuletzt der Übersetzung Simon Werles zu verdanken. Den Bezug zwischen der Antike und heute bringt Stefanie Schnitzler in ihrer Rezension der Premiere auf den Punkt: „Es geht um das Zusammenleben verschiedenartiger Menschen, um Regeln, auf die sich alle einigen können, um Solidarität und Gerechtigkeit.“ Die Rheinpfalz, 18.9.2015

Junger Pfalzbau

Inszenierung
Tilman Gersch

Ausstattung
Henrike Engel

Einheitspreis
12 €, ermäßigt 7 €

Familienpaket
25 €

Dauer
50 Minuten