THEATER IM
PFALZBAU
Pfalzbau 14 Schauspiel
Schauspiel

Ekzem Homo

Donnerstag14. Januar14.01201619:30 UhrTickets 33 € - 18 €
Schauspiel

Ekzem Homo

In München standen die Menschen im März Schlange, um eine der begehrten Karten für die fünf Vorstellungen von Gerhard Polts neuem Stück Ekzem Homo zu bekommen. Und auch später war das Interesse ungebrochen, den Kabarettisten und seine früher als Biermösl Blosn bekannten Musiker live zu erleben.

Vom Rang ragen Alphörner: Klangliche Einstimmung auf Gerhard Polt und die drei Wellbrüder, die in ihrer neuen, bejubelten Kammerspiele-Produktion das Thema Nachbarschaftsstreit als losen Rahmen für eine Abfolge satirischer Nummern entdeckt haben. Es geht darin um den Menschen, der sich nicht selten als "Gesinnungsgrattler" und "Zwischenwirt" für Parasiten, Viren, Waffenhändler und Religionen entpuppt, und natürlich um den bayerischen Menschen im Besonderen. Gerhard Polt begeistert als philosophisch kundiger, grantelnder "Menschenhirnversteher" (SZ) - immer ein Meister hintersinnigen Humors und geistreicher Zeitkritik, egal, ob er Enkel Geoffrey (sprich: Geofrei) die Demokratie erklärt, in die Soutane eines indischen Aushilfspfarrers schlüpft oder sich, der Pflegeversicherung misstrauend, im Netz eine schwarze Helferin "fischt", die wiederum bei Lampedusa aus dem Meer "gefischt" wurde. Die Wellbrüder bestechen wie immer musikalisch, etwa mit einem Klasse-Rap über das bayerische G 8 ("Veni, vidi, fick di"). Da braucht es die Grill- und Lärmfehden über den nachbarlichen Gartenzaun hinweg nur als wahrhaft klapprigen Rahmen. Wenn die Vier auf die Bühne kommen, ist zwar nichts gut nebenan und auf der Welt, aber jetzt gerade macht's nix. 

Am Ende: Jubel. Helle Begeisterung. schreibt die Süddeutsche Zeitung. (...)

Und sie sind ja auch zum Lieben. Zum Schießen und zum Niederknien. Meister Polt in alter kabarettistischer Menschenfeindgröße, die Brüder Michael, Christoph und Karli Well als satirisch ihn flankierendes Dreigestirn. Zwar nicht mit ungebremster Zugkraft, nicht ohne Absacker im szenischen Fluss (und Biss), aber halt doch: genialisch damisch, witzig, gschert. Um grübelnd anzufügen: "Wer ist Wir? Ich jedenfalls nicht! Wir - das sind die anderen."  Christine Dössel, SZ

Münchner Kammerspiele

Inszenierung
Johan Simons

Bühne und Kostüme
Sina Barbra Gentsch

Do, 14.01.2016
TG 2, TG 6, WA, S 2

Preise
33 € / 28 € / 23 € / 18 €

Dauer
2 Stunden 30 Minuten