THEATER IM
PFALZBAU
Pfalzbau 15 Schauspiel
Schauspiel

Frühlings Erwachen

Freitag 8. Januar 8.01201619:30 UhrTickets 33 € - 18 €
Samstag 9. Januar 9.01201619:30 UhrTickets 33 € - 18 €
Montag11. Januar11.01201611:00 UhrTickets 11 €
Schauspiel

Frühlings Erwachen

Seit seiner Entstehung 1890/91 hat Frank Wedekinds Frühlings Erwachen nicht an Aktualität eingebüßt, nicht zuletzt weil er seinem Stück Brisanz und Drastik verliehen hat. Er zeichnet darin den Weg von vier Jugendlichen ins Erwachsensein nach und bringt in seinem Drama die Seelenqual der Schüler zum Ausdruck, die zwischen wilhelminischen Erziehungsmethoden und ihrem Drang nach Freiheit, ihrer Sehnsucht nach Selbstbestimmung zerrieben werden. Wedekind klagt in Frühlings Erwachen insbesondere die bigotte Moral der Eltern an, die so sehr darum bemüht sind, die erwachende Sexualität ihrer Kinder zu unterdrücken oder zu lenken, dass sie genau das Gegenteil erreichen, ja schlimmer noch: Am Ende des Stückes sind zwei der Jugendlichen tot. 

Frau Bergmann hat ihre pubertierende Tochter Wendla nie aufgeklärt, nicht zuletzt womöglich aus eigener Scham, das pikante Thema anzusprechen. Als Wendla vom gleichaltrigen Melchior schwanger wird, denkt sie deshalb zunächst, sie sei krank. Ihre Mutter besteht auf einer Abtreibung, die jedoch verpfuscht wird, sodass Wendla an den Folgen stirbt. Melchior wird von einer liberal-fortschrittlichen Mutter aufgezogen, ist aufgeklärt und hat auf die Bitte seines Freundes Moritz Stiefel einen „Aufklärungsbericht“ verfasst – ausführlich und illustriert. Als Moritz trotz harter Arbeit die Versetzung in die nächste Klasse nicht schafft, fürchtet er die „Schande“ für seine Eltern so sehr, dass er Selbstmord begeht. Anstatt die Schuld bei sich und ihrer überkommenen Moral zu suchen, schieben sämtliche Erwachsene jede Verantwortung weit von sich. Das Lehrerkollegium findet Melchiors Bericht und beschuldigt ihn, für Moritz‘ Freitod verantwortlich zu sein. Melchior flieht. Er trägt sich selbst mit Selbstmordgedanken und quält sich mit Vorwürfen, weil auch Wendla tot ist. Unterm Novembermond auf einem Friedhof trifft Melchior am Ende nicht nur seinen Freund Moritz als Geist wieder, sondern auch einen mysteriösen vermummten Herrn, der ihn zum Leben verführen will. 

Trotz der Tragödie, die sich in Frühlings Erwachen abspielt, verfasste Wedekind darin zugleich eine Hymne auf das Leben an sich, mit all seinen abenteuerlichen Möglichkeiten und das unbeschreibliche Gefühl, jung zu sein. Das 18-köpfige Ensemble des Pfalztheaters Kaiserslautern transportiert dieses Lebensgefühl absolut überzeugend, allen voran Nele Sommer als Wendla, die mit „quirlig-kindlicher Naivität“ für sich einnimmt, sowie Harry Schäfer, „der seinem Melchior überzeugendes Format verleiht“. Fabian R. Lovisa, 12.10.15, Die Rheinpfalz 

Pfalztheater Kaiserslautern in Koproduktion mit Pfalzbau Bühnen

Inszenierung
Alexander Schilling

Bühne und Kostüme
Julia Scholz

Fr, 08.01.2016
S 1

Preise
33 € / 28 € / 23 € / 18 €

Dauer
ca. 2 Stunden 45 Minuten