THEATER IM
PFALZBAU
Pfalzbau 15 Musiktheater
Musiktheater

Der Mann in Schwarz – Das Leben und die Lieder von Johnny Cash

Freitag 5. Februar 5.02201619:30 UhrTickets 38 € - 20 €
Samstag 6. Februar 6.02201619:30 UhrTickets 38 € - 20 €
Musiktheater

Der Mann in Schwarz – Das Leben und die Lieder von Johnny Cash

Als Johnny Cash 1994 das erste Album seiner American Recordings herausbrachte, hielt die Musikwelt den Atem an. Das sollte Country sein? Und hatte der Mann nicht längst seinen Zenit überschritten? Er hatte. Und genau das als Chance genutzt, um einen eigenen, authentischen Ton jenseits aller Erwartungen zu finden. Die meisten Songs singt er allein, begleitet nur von seiner Gitarre. Sie erzählen von einem Leben voller Extreme, voll Schmerz, Rausch und großer, erfüllter Liebe.

Als viertes Kind eines Landarbeiters wird John Ray Cash 1932 in Arkansas geboren. Er verbringt seine Kindheit in Gottesfurcht und Arbeit – schon mit sechs Jahren hilft er den Eltern bei der Baumwollernte. Schon früh zeichnet sich eine außergewöhnliche Liebe zur Musik ab, die der Vater leider nicht gutheißt. Sowieso scheint ihm dieser Sohn nicht recht geraten, zu verträumt, zu rebellisch. Der drei Jahre ältere Jack hat bessere Karten, aber er verliert bei einem Arbeitsunfall das Leben. Der Vater gibt dem Jüngeren daran die Mitschuld, denn anstatt dem Bruder beim Sägen zu helfen, hatte er sich zum Angeln verdrückt. Von nun an ist das Verhältnis zerrüttet, Liebe findet John nur noch manchmal bei der Mutter, die sich aber meist der Autorität ihres Mannes beugt.
Eine glückliche Kindheit hat Johnny Cash nicht erlebt, aber gerade das gibt ihm die notwendige Energie für seine Karriere. Anfangs geht es noch schleppend, aber irgendwann kommt der Erfolg, und schon mit dreißig Jahren gilt Cash als führende Stimme des Folk und Country. Wie kein zweiter verkörpert er den klassischen amerikanischen „story teller“, den Geschichtenerzähler, und er ist immer dann am besten, wenn die Songs sein eigenes Leben widerspiegeln, wenn sein persönliches Glück und Leid in ihnen zum Ausdruck kommt. Aber in der heilen Country-Welt hat das Grenzen, und wie es wirklich um den Star steht, darf niemand erfahren.

Wie viele andere seiner Zunft erträgt auch Cash den ständigen Erfolgsdruck, die zermürbenden Konzerttouren nur mit einem sich ständig steigernden Drogenkonsum. Davor kann ihn auch seine große Liebe June Carter nicht bewahren. Höhenflug und Absturz wechseln sich stetig ab. Bei allem aber verliert Cash nie sein politisches und soziales Bewusstsein. Ganz gegen die Regeln seiner Branche engagiert er sich für die, die am Rand der Gesellschaft leben. Einer seiner größten Erfolge ist At Folsom Prison, der Mitschnitt eines Konzerts, das Cash für die Insassen eines der gefürchtetsten Gefängnisse Amerikas gegeben hatte.

Der selbsternannte Mann in Schwarz starb 2003 im Alter von 71 Jahren. Für das Deutsche Theater in Göttingen schrieben Mark Zurmühle und Nicola Bongard eine Rückschau auf sein bewegtes Leben. Im Zentrum dieser Produktion steht natürlich seine Musik, die erfolgreichen Songs wie I walk the Line, Ring of Fire oder Cry Cry Cry! genauso wie das schwermütige, aber umso persönlichere Hurt. Mit beeindruckenden Mitteln schafft es der Schauspieler Jan Pröhl, den großen Mann des Country wieder auferstehen zu lassen.

Deutsches Theater in Göttingen

Inszenierung
Mark Zurmühle

Musikalische Leitung
Hans Kaul

Bühne
Eleonore Bircher

Kostüme
Alexandre Corazzola

Mit Jan Pröhl (Johnny Cash), Katharina Heyer, Andrea Strube, Aaron Bircher, Roland Bonjour, Jan Exner, Hans Kaul, Fred Kerkmann, Karl Miller, Alois Reinhardt

Preise
38 € / 32 € / 26 € / 20 €

Dauer
2 Stunden 40 Minuten (eine Pause)

Exklusiver Künstlerempfang
im Anschluss an die Vorstellung am 05.02.2016 für die Gesellschaft der Freunde des Theaters im Pfalzbau