THEATER IM
PFALZBAU
Pfalzbau 14 Extras
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Stunde 0?

Sonntag14. Februar14.02201618:00 UhrTickets Eintritt frei
Dienstag16. Februar16.02201618:00 UhrTickets Eintritt frei
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Stunde 0?

Was bleibt uns in den Trümmern dieser Welt?

Gab es sie wirklich, die Stunde 0 nach dem Zweiten Weltkrieg, wo die Uhren hoffnungsvoll auf Neuanfang gestellt wurden und man den Blick zurück tunlichst unterließ, weil er so deprimierend und schuldbeladen ausfiel? Dass die Schriftsteller diese Zeit aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln wahrnahmen und mit vielfältigen künstlerischen Mitteln die zeitgeschichtlichen Ereignisse spiegelten, zeigt ein Blick auf das Schaffen deutscher Dichter der 45er bis frühen 50er Jahre. 

Bei der Lesung Stunde 0? geben Mitarbeiter des Theaters im Pfalzbau bedeutenden Autoren der unmittelbaren Nachkriegszeit eine Stimme. So wie Gerd Ledig in seinen Texten in ersten Linie seine eigenen grausamen Kriegserlebnisse künstlerisch und kunstvoll verarbeitete, arbeiten auch andere Schriftsteller ihr individuelles Erleben während der Nazizeit auf: Der Dramatiker Günther Weisenborn schildert in seinem Erfolgsstück Die Illegalen das Wirken von Widerstandsgruppen im „Dritten Reich“, Paul Celan thematisiert die Vernichtung der Juden in seiner Todesfuge, dem wohl bedeutendsten Gedicht der Nachkriegszeit. Thomas Mann sinniert aus dem Exil darüber, warum er nicht nach Deutschland zurückkehrt, Wolfgang Borchert, Heinrich Böll, Arno Schmidt und Wolfgang Koeppen schildern in Erzählungen das karge und ganz auf’s Überleben ausgerichtete Dasein in der Trümmerlandschaft nach den Zerstörungen des Krieges. "Was bleibt uns in den Trümmern dieser Welt / Für Zuflucht aus dem Labyrinth der Trauer?" fragt Ina Seidel, die meistgelesene Lyrikerin dieser Tage, und Hans Erich Nossack schildert in seiner faszinierenden Erzählung Der Untergang ausführlich die Bombardierungen Hamburgs durch die Alliierten im Sommer 1943. 

Lassen Sie sich durch diese wichtigen Texte in die Stimmung, die Ängste, Traumata und Erwartungen der Nachkriegszeit versetzen, die Entstehungszeit von Gerd Ledigs Romanen ¬- eine Zeit zwischen tiefer Schuld, Verarbeitung von Kriegsgräueln, aber auch erster Hoffnung auf einen Neubeginn unter anderen Vorzeichen. Fort mit den Trümmern / und was Neues hingebaut! schreibt Bertolt Brecht kämpferisch in seinem Aufbaulied.

Eintritt frei