Der Jugendclub Kritisches Theater, kurz JKT, ist der Theaterclub des Theaters im Pfalzbau. Initiiert wurde er von Hansgünther Heyme, durchgeführt wird er von Rainer Escher und Mathias Wendel. Im Unterschied zu vielen anderen Theaterclubs gibt es beim JKT keine Aufnahme-, sondern nur eine Altersbeschränkung (14–22 Jahre).
Den Jugendlichen sollen an konkretem Szenenmaterial Spielweisen und theatrale Techniken und Fertigkeiten beigebracht werden. Zu diesem Zweck werden zusätzlich externe Workshopleiter eingeladen, die den Jugendlichen diese Fertigkeiten vermitteln und gleichzeitig ein Aufführungsmodul inszenieren werden.
Zwei Inszenierungsprojekte wurden bisher mit den Mitgliedern des JKT erarbeitet: Nach Peanuts des italienischen Autors Fausto Paravidino ist Merlin von Tankred Dorst das zweite Stück des »Jugendclub Kritisches Theater« im Theater im Pfalzbau Ludwigshafen, an dem sowohl die neukonstituierten Jahresgruppen als auch die permanente Gruppe beteiligt waren. Hinzu kam ein professioneller Schauspieler aus der Freien Szene Mannheims und Ludwigshafens.
Dorst breitet mit seinem Merlin ein seltsames grandioses Panoptikum aus. Er lässt ein fabelhaftes Mittelalter aufleben, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart spiegeln. Schon in Dorsts Textmaterial treten die verschiedenen Stil- und Formmittel auf, epische, lyrische und dramatische Formen wechseln sich ab: neben Familiendramen steht das große Ideendrama, Clownsspiele und blutige Ritterschlachten. Merlin ist der Inszenator dieses Stückes.
Das neueste Projekt, das mit den »alten Hasen« des Jugendclubs entwickelt wird, trägt den Arbeitstitel »2010 – Dunkle Wolken«. Hierfür tragen die Jugendlichen Lieblingstexte oder eigene Texte zusammen, die sie zu einem Stück mit einer Rahmenhandlung montieren. Der thematische Schwerpunkt wird auf jugendliche Außenseiter der Gesellschaft gelegt, die oft nur noch in der Gewalt – gegen sich oder gegen andere – einen Ausweg finden. Aus der Undurchschaubarkeit und Perspektivlosigkeit erwächst so ein wahrhaft »dunkles« Stück.
Neuanmeldungen sind nach den Sommerferien möglich (ab 15. August 2010).
Rainer Escher, Mathias Wendel
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