Kinder und Jugend

»In jeder größeren deutschen Stadt müsste es in absehbarer Zeit ein ›Ständiges Kindertheater‹ geben. Ein Gebäude, wo während des ganzen Jahres Kinder für Kinder Theater spielen. Ein Gebäude, das allen Kindern der jeweiligen Stadt gehört. Die Leitung läge in den Händen ausgezeichneter, pädagogisch veranlagter Künstler und in den Stücken müssten, soweit erforderlich, erwachsene Schauspieler mitwirken.
Eltern und andere Kinder dürften die Aufführungen natürlich besuchen. Sie dürfen auch, im Gegensatz zu den Kindern, Eintritt bezahlen. Davon abgesehen dürften sie in diesem Theater nichts. Es gehörte, wie gesagt den Kindern.
(…)
Sie würden sich selber gelegentlich kleine Festspiele schreiben. Sie könnten in ihrem Theater alles tun, was mit ›Kind und Kunst‹ zusammenhängt; und ein paar sehr geeignete, sehr gut bezahlte Fachleute hätten als gute Engel über den Wassern zu schweben …«

Erich Kästner, Oktober 1946