 THEATER IM BÜHNENTURM
 DI, 11.5.2010, 19.30 Uhr
 Türkiye - Almanya 0:0
 Projekt von Yesim Özsoy Gülan
In deutscher und türkischer Sprache
Bühne und Kostüme: Basak Özdogan
Mit Burak Yigit, Michael Birnbaum, Firat Baris Ar, Ivan Anderson, Aysun Yontar-Vogel, Franziska Werner
Hessisches Staatstheater Wiesbaden
Einheitspreis: 10 Euro, ermäßigt 8 Euro
Festgefahren! Ob im Verhörraum der Flughafenpolizei, im Büro des Chefs, im Schützengraben oder im Wartezimmer; ob in den 50er Jahren, heutzutage oder im 1. Weltkrieg – die Dramatikerin Yesim Özsoy Gülan lässt in ihrem Stück Deutsche und Türken in existentiellen Situationen aufeinander treffen. Nicht immer geht es um Leben und Tod wie in der Schlacht von Gallipoli, in der deutsche Offiziere und türkische Soldaten Seite an Seite kämpfen und in einen Hinterhalt geraten. Doch auch das angstvolle Warten auf den Befund des Arztes oder auf den Chef mit einer möglichen Kündigung zerrt an den Nerven aller Beteiligten. Im Kampf um das persönliche Dasein überwinden die Figuren Sprachbarrieren und Vorbehalte – vor hundert Jahren ebenso wie heute. Mit ganz unterschiedlichem Erfolg.
Yesim Özsoy Gülan beleuchtet in ihrer Auftragsarbeit für das Staatstheater Wiesbaden das Zusammenleben deutscher und türkischer Menschen. Die für ihre surreal anmutenden Inszenierungen bekannte Regisseurin switcht gemeinsam mit türkischen Schauspielern/innen und Mitgliedern des Wiesbadener Schauspielensembles leichthändig durch die Jahrhunderte, wechselt Orte und tauscht Figuren, um doch unabhängig von Zeit und Raum erstaunliche Parallelen im Miteinander der verschiedenen Kulturen festzustellen. Die Zeiten ändern sich – die Menschen nicht?
»Das Stück Türkiye – Almanya 0:0 an der ›Wartburg‹ des Staatstheaters Wiesbaden ist ein Sieg für den Spielwitz. Mit der schiedsrichterlichen Besonnenheit einer bürgerlich-aufgeklärten Intellektuellen in Istanbul (…) blickt Regisseurin (Yesim Özsoy Gülan) auf Begegnungen ›der‹ Türken und ›der‹ Deutschen, ohne ihre Landsleute zu schonen – im Gegenteil. Realitätsprall, leicht grotesk, höchst unterhaltend.«
Frankfurter Neue Presse, 20.1.2010
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