Theatertage ORIENTierung

21.1. – 25.1.2014

Es ist wahr, der Schwung der Aufstände in den Arabischen Ländern und die zum Protest gegen die Unterdrückung erhobenen Stimmen haben Dämpfer bekommen. Die Hoffnung, dass eine grundlegende Änderung der politischen Strukturen eintreten wird, wenn autokratisch regierende Staatsprädidenten wie Zine el-Abidine Ben Ali in Tunesien oder Hosni Mubarak in Ägypten dem Druck des Volkes widerstrebend nachgegeben haben und zum Rücktritt gezwungen wurden, ist von der Realtität nicht eingelöst worden. Zu verlockend ist offensichtlich die Versuchung, die Macht zu missbrauchen und nur die eigenen Interessen und nicht die der protestierenden Bevölkerung im Blick zu haben. Aber werden die erzürnten Stimmen, die die Missstände ihres jeweiligen Landes anprangern, deswegen leiser? Wird die Sehnsucht nach Freiheit schwächer? Die tunesische Sängerin Emel Mathlouthi hat in der letzten Spielzeit im Rahmen der Theatertage orientierung zusammen mit ihrer Band ein flammendes Konzert im Sinne von Freiheit und Liebe gegeben – eine von vielen Künstlern, die in den arabischen Ländern den Ausdruck in der Kunst suchen, obwohl oder weil es ihnen die äußeren Umstände so schwer machen. Ob der Arabische Frühling bereits in einen trüben Herbst oder gar frostigen Winter abgekühlt ist, sei dahin gestellt. Wir wollen die Ereignisse weiter verfolgen und das freie Wort feiern – eine Freiheit, die gerade die Künstler zu schätzen wissen, die sich in ihrem Heimatland nicht immer bedenkenlos äußern können.
»Die Euphorie des Aufbruchs ist Katerstimmung gewichen. Skepsis herrscht, ob die durch den Arabischen Frühling geweckten Hoffnungen schnell eingelöst werden können.«
Hans-Ulrich Fechler, Die Rheinpfalz, 26.3.2013



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