Mercan Dede & Secret Tribe


THEATERSAAL

SA, 8.5.2010, 19.30 Uhr


Mercan Dede & Secret Tribe

Konzert

Einheitspreis: 15 Euro, ermäßigt 10 Euro

“Konservative Muslime lieben unsere Musik genauso wie moderne, urbane Weltbürger, Punks, Leute aus der alternativen Szene- Umweltschützer, Globalisierungsgegner…
Das ist die Grundidee des Sufismus: Die Menschen zu vereinigen, sie zusammen zu bringen. Und jetzt nutzen wir unsere Musik dazu. Nicht nur in der Türkei, sondern weltweit. Musik ist ein wundervolles Instrument, um verschiedene Kulturen und Ideen zusammen zu bringen.”
Mercan Dede.

In der Türkei ist der Musiker und DJ Mercan Dede ein Star, in Deutschland kennt man ihn spätestens, seit er Filmmusiken zu  Fatih Akıns Film Gegen die Wand (2004) und seinem Dokumentarfilm Crossing The Bridge – The Sound of Istanbul (2005) schuf.

Der Türke Arkın Ilıcalı, bekannt geworden unter dem Künstlername Mercan Dede (Dede ist eine historische türkische Ehrenbezeichnung für führende Persönlichkeiten von Derwisch-Gemeinden) und seine Band Secret Tribe verbinden in ihrer Musik moderne elektronische Elemente mit traditioneller Sufi-Spiritualität. Mercan Dede glaubt, dass im Zusammentreffen von digitalen, elektronischen Klängen mit traditioneller Musik eine Weltsprache erschaffen wird, die Alt und Jung, Tradition und Moderne, Ost und West vereint. Orientalische Melodien treffen hier auf Techno-Sound, Violine und Percussion werden mit traditionellen Musikinstrumenten wie beispielsweise der Ney – einer Rohrflöte kombiniert. Mit der Ney, sagt Mercan Dede, beginnt und mit der Ney endet alles. «Ich habe meine Rohrflöte, ein Instrument, dessen Klang viele Leute unvorbereitet trifft und in ihren Bann zieht.»

In den 15 Jahren seit Gründung seiner Band gab Mercan Dede mehr als 800 Konzerte: Sein Auftritt bei der Weltmusikmesse Womex brachte 2002 den internationalen Durchbruch. Seitdem trat er auf der ganzen Welt und auf verschiedenen Festivals in Europa auf, u.a. auf dem Montreux Jazz Festival, dem Montreal Jazz Festival, dem Paléo Festival, Arezzo Wave, Roskilde Festival, Ars Electronica und vielen anderen. Er eröffnete 2005 vor 60 000 Zuschauern und weltweit im Fernsehen übertragen in Izmir die Universiade (die Weltsportspiele der Studenten), gab vielbeachtete Konzerte vor dem Eiffel-Turm und in New York und veranstaltete bei den Feierlichkeiten zu Istanbuls Rolle als Kulturhauptstadt im Januar ein Konzert am Goldenen Horn.

Er selbst sieht sich im Geist und in der Tradition der Tanzenden Derwische, die sich in ihren weißen Gewändern durch meditativ kreisende Bewegungen in sich selbst versenken und so in einer Art Gebet die Nähe zu Gott suchen. Bei seinem Konzert in Ludwigshafen steht denn auch ein tanzender Derwisch auf der Bühne. Mercan Dede greift dabei zwar - inspiriert durch den großen Dichter Mevlana und seine Worte: »Komm, wer immer du bist. Ob Gläubiger, Heide, Feueranbeter ...« - Traditionen auf, geht aber unkonventionell damit um. So ließ er vor einigen Jahren auf der Bühne erstmals Frauen den Tanz der Derwische tanzen, und er tritt demonstrativ gemeinsam mit kurdischen Musikern wie der Sängerin Aynur auf.

Die multimediale Show von Mercan Dede & Secret Tribe aus visual arts, Tanz und Theater lädt ein zu einem betörend sinnlichen Erlebnis, das die Seele berührt.