 GLÄSERNES FOYER
 Mo, 24.10.2011, 19.30 Uhr 
 »... was so gern zu tun ich begehrt ...«
 Liebesverzicht und Machtstrategien Vortrag von Udo Bermbach Einheitspreis: 5 Euro 
Der Ring des Nibelungen ist Wagners Abrechnung mit der Politik. Hier werden von ihm die Mechanismen der Macht offengelegt, hier wird gezeigt, wie Machtgewinn, Machterhalt und Machtverlust alle übrigen menschlichen Qualitäten, vor allem die der Liebe, überdecken und zerstören. Innerhalb des Ring-Geschehens nimmt die Walküre eine besondere Stellung ein: Sie zeigt Wotans Versuch, aus selbstverschuldeter Handlungsunfähigkeit noch einmal den Weg in den Untergang abwenden zu können. Außerdem führt sie seine Strategie der Selbstüberwindung vor, deren Helfer Siegmund und Sieglinde, aber auch Brünnhilde sind. Der Inzest dieser beiden wie die Gehorsamsverweigerung von Brünnhilde dienen dieser Strategie: Alles Bestehende zu vernichten, um die Zukunft (der Götter) zu retten. Udo Bermbach studierte Germanistik, Geschichte, Völkerrecht und Politikwissenschaft an den Universitäten Marburg und Heidelberg. 1966 promovierte er zum Dr. Phil. in Politikwissenschaft an der Universität Heidelberg. Von 1971 bis 2001 war er Professor für Politikwissenschaft an der Universität Hamburg mit den Schwerpunkten Politische Theorie und Politische Ideengeschichte. Er ist bekannt durch seine Auseinandersetzung mit den politischen und gesellschaftlichen Aspekten der Oper und Begründer und Mitherausgeber der internationalen Wagner-Zeitschrift »wagnerspectrum« (seit 2005). 
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