 THEATERSAAL
 Zum ersten Mal in Deutschland! So, 27.11.2011, 19.30 Uhr [WA] Mo, 28.11.2011, 19.30 Uhr [JA] 
 Donka, ein Brief an Tschechow Poetisches Theater
 Geschrieben und inszeniert von Daniele Finzi Pasca Musik: Maria Bonzanigo Teatro Sunil Koproduktion mit Théâtre Vidy-Lausanne und Inlevitas Productions Preise: 33 Euro, 28 Euro, 23 Euro, 18 Euro

In einer großartigen Show aus wunderschönen Bildern und delikaten Trapezstudien, mit Tänzern, Akrobaten und Gauklern in der atemberaubenden Magie des Zirkus, huldigt das Teatro Sunil in dieser ungewöhnlichen Theaterproduktion dem Genie Anton Tschechows. Donka ist die jüngste Kreation Daniele Finzi Pascas, der als führende Persönlichkeit der internationalen Theaterszene anerkannt ist und sich als Autor unvergesslicher Vorstellungen mit dem Cirque Éloize und dem Cirque du Soleil einen Namen gemacht hat. Manchem Ludwigshafener Zuschauer ist sicher der grandiose poetische Theaterabend Rain noch in Erinnerung – auch dieser stammt aus der Feder Daniele Finzi Pascas. Nun vertieft er sich in das Leben des Schriftstellers Anton Tschechow, in seine Werke und Tagebücher, er entschlüsselt seine Notizen und Handschriften und gibt seinem berühmten hintergründigen Schweigen Form und Gestalt. In Russland bezeichnet das Wort „Donka“ eine kleine Glocke, die an einer Angel befestigt ist, die immer dann erklingt, wenn ein Fisch angebissen hat. Tschechow liebte das Angeln; für ihn war es ein Weg, aus dem Alltag auszubrechen und sich meditierend zurückzuziehen. Finzi Pasca, von diesem Bild fasziniert und immer auf der Suche nach Momenten der Leichtigkeit in seiner Arbeit als Regisseur, angelt nun im See der Zirkusphantasien, um einem visuellen Gedicht aus schwebenden Gegenständen und Körpern Leben einzuhauchen. Eine internationale Besetzung herausragender Künstler, Clowns, Musiker, Tänzer und Akrobaten belebt die Szene, während sich im Hintergrund Maria Bonzanigas Musik wie ein Resonanz-Teppich ausbreitet, der die Atmosphäre des weit entfernten Russland wachruft. Es erklingen Akkordeone, Walzer, alte Romanzen und traditionelle Chöre, während eine ganze Galerie von Charakteren Tschechows dazu paradiert: ewige Studenten, Ärzte, Träumer, Junggesellen und junge Mädchen, die ihr Leben trauernd verbringen. Augenblicke einer verlorenen Welt lösen einander ab, rufen den Gesang der Vögel, das Säuseln des Windes in den Zweigen, chinesische Schatten und explodierende Farben in Erinnerung. Unser Erstaunen ist geweckt, fortwährend.
Ich sammle Augenblicke, Details, kleine Teilchen. Mein Theater besteht aus sich überlagernden Bildern, die man nicht immer in eine klare Reihenfolge bringen kann. Die Szenen verweisen immer wieder aufeinander und geben vor, bestimmte Dinge wären wirklich passiert. Ich liebe die Momente der Stille, die Pausen, die Ruhe, vielleicht weil ich seit Jahren bestrebt bin, Augenblicke der Unbeschwertheit auf der Bühne zu gestalten. So beschloss ich, Anton Tschechow auf diese Weise zu entdecken, indem ich in seinem Leben und Schaffen nach solchen Teilen und Details suchte. Aber nicht nur das: ich dachte darüber nach, wie ich der Stille, die ich in den Notizen seiner Tagebücher fand, Gestalt geben und aus seinen Aufzeichnungen herrliche poetische Bilder heraufbeschwören könnte. Daniele Finzi Pasca
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 Foto: Viviana Cangialosi |

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