 THEATERSAAL
 Fr, 5.11.2010, 19.30 Uhr
So, 7.11.2010, 19.30 Uhr
 Das Rheingold
 Musikalische Leitung: Karl-Heinz Steffens
Inszenierung und Ausstattung: Hansgünther Heyme
Mit Ásgeir Páll Ágústsson, Anke Berndt, Ralph Ertel, Julia Faylenbogen, Nils Giesecke, Gérard Kim, Sophie Klußmann, Ines Lex, Nicholas Sales, Ulrike Schneider, Christoph Stegemann, Alexander Vassiliew, Gerd Vogel
Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz
Koproduktion der Oper Halle mit dem Theater im Pfalzbau Ludwigshafen
Preise: 20 Euro bis 65 Euro
Mit Richard Wagners Rheingold hebt sich nun am 5. und 7. November der Vorhang zum Ring des Nibelungen, dem wohl wichtigsten deutschen Musik-, Theater- und auch Literatur-Text des 19. Jahrhunderts. Was den Russen Dostojewski oder Tolstoi, den Franzosen Zola oder Balzac, ist uns Deutschen Richard Wagner. Viel ist um diese Texte gerungen worden, eine schlimme Nazi-Zeit hatte sie gänzlich auf sich hingebogen, keine Wochenschau oder Rundfunksendung begann ohne Wagner’sche Noten – dann: die schlimme, im 19. Jahrhundert so gängige Anti-Jüdische Position Wagners … viel ist zu bedenken, umzusetzen, geht man als Ausstatter und Regisseur an diesen zentralen Theater-Vierteiler.
Ernst Bloch (der in Ludwigshafen geborene jüdische Mitbürger, der so früh aus Deutschland vertrieben wurde, sich aber vor allem Terror retten konnte) meinte in seinem Text Naturrecht und menschliche Würde: »Sich ins Rechte denken, dieser Wille hat mehr als je zu wirken.« – und so ist es auch. Immer wieder muss man sich neu und herb auf ein Heute bezogen diesen Opern nähern, nur dann sind Klassiker solche, wendet man diese unter strenger Bewahrung des Originals an: auf heutige Situationen, Ängste, Brutalitäten, Hoffnungen.
Dank der Oper Halle ist es nun möglich, auch in Zusammenarbeit mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, in Ludwigshafen die Premiere dieser einzigartigen Deutsch-Deutschen Zusammenarbeit zu erleben. Rheingold und Götterdämmerung haben hierorts, Walküre und Siegfried in Halle Premiere.
Karl-Heinz Steffens, dem Generalmusikdirektor der Oper in Halle und der Deutschen Staatsphilharmonie, ist es gelungen, eine junge, hochbegabte und motivierte Schar von Sängerinnen und Sängern für das große Projekt zu verpflichten. Manche sind Gäste, manche feste Ensemblemitglieder der Oper in Halle.
Auch Karl-Heinz Steffens versucht, neue Wege, nicht ausgetretene Pfade mit unserer Besetzung zu gehen. Daher bin ich sicher: Ihnen stehen große, wichtige Opernabende bevor.
Ich versuche sehr, ohne Plüsch und Nebel und Schleier, ohne Rösser und Blechpanzer an diese einmaligen Werke heranzugehen.
Sehr vieles haben wir im Umfeld anzubieten. Zwischen den beiden Vorstellungen am 5. und 7. November findet am 6. November ein »Wagner-Tag« statt. Hier wird ein reichhaltiges, vor allem von jungen »Ring«-Begeisterten getragenes Programm erarbeitet. An den sogenannten »Vorhang der Hoffnung« haben in Halle und Ludwigshafen ca. 4000 Jugendliche versucht, ihre Hoffnungen, Ängste und Sehnsüchte auf Teile des Vorhangs zu applizieren. Wir haben eine Dokumentation erarbeitet, die über die nächsten Spielzeiten erweitert wird: Was verbleibt z.B. Hauptschulabgängern – mit oder ohne Abschluss? Was haben wir, was hat ihnen die Gesellschaft zu bieten? Was versäumen wir? Warum machen arabische, türkische, deutsche, deutsch-russische und andere Jugend-Gangs einem »Bürger«, wie ich es bin, eine S-Bahn-Fahrt von Dessau nach Halle fast unmöglich?
Wir starten in aller Gemeinsamkeit ein großes Projekt. Bitte machen auch Sie, unser Publikum, es zu dem Ihren!
Die Metropolregion müsste, sollte doch zumindest zwei »Ringe« erdulden, lieben, wertschätzen.
Der Vorverkauf läuft! Sofern Sie Karten für alle vier Abende erwerben möchten, erhalten Sie eine Ermäßigung von 20% pro Vorstellung.
Hansgünther Heyme
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