Balé da Cidade de Sao Paulo


THEATERSAAL

Mi, 26.10.2011, 19.30 Uhr [BR 2]
Do, 27.10.2011, 19.30 Uhr [SG A, TG 1]


Canela Fina

Choreographie, Licht, Bühne: Cayetano Soto
Musik: Michael Gordon – Weather I
Kostüme: Cayetano Soto / Nadja Kadel
La Valse
Choreographie: Luiz Arrieta, Musik: Maurice Ravel
Coisas que ajudam a viver
Choreographie: Susana Yamauchi, Musik: Ed Cortes
Licht: Sergio Funari, Bühne: Cassio Amarante
Kostüme: Simone Mina
Preise: 38 Euro, 32 Euro, 26 Euro, 20 Euro

Canela Fina, 2008 uraufgeführt, stammt vom katalanischen Shootingstar Cayetano Soto und erhielt noch im selben Jahr einen Publikumspreis als beste Tanzproduktion Brasiliens. Das Werk besticht durch Tempo, Musikalität und Eleganz. Es zeigt hochkomplexen Tanz gemischt mit brasilianischer Energie.
Die kompromisslose post-minimalistische Komposition Weather I des amerikanischen Musikers Michael Gordon breitet einen Klangteppich aus, der jene Naturkräfte entfesselt, die auch aus der Choreographie massiv hervorbrechen. Die Elemente sind in Unordnung geraten, eine undefinierbare Macht hat die Kontrolle übernommen, Hochgeschwindigkeits-Athleten ergreifen Besitz von der Bühne. Der emotionale Ausnahmezustand ist allgegenwärtig: Er zeigt sich in den komplexen Pas de deux wie auch in den starken Gruppenszenen. Er wird aber auch von einer natürlichen Substanz befeuert: vom Zimt, der dabei weniger in seiner wörtlichen Materialität zu verstehen ist als in seiner metaphorischen Bedeutung, wie es auch die titelgebende spanische Redewendung »Canela fina« nahelegt. Wörtlich hieße das »feiner Zimt«, im übertragenen Sinn aber ist damit so etwas wie das denkbar Beste oder Allerfeinste gemeint.
In La Valse bittet der Argentinier Luis Arrieta, der dem Balé da Cidade seit langem verbunden ist, zum Tanz im Dreivierteltakt. In der Choreographie zu dem nach dem Ersten Weltkrieg als Hommage an Johann Strauß geschriebenen Werk für zwei Klaviere erfolgt eine höchst komplexe, rhythmisch abwechslungsreiche und virtuose Auseinandersetzung mit der 1918 endgültig versunkenen Welt der Wiener Musikkultur des 19. Jahrhunderts. Vier Paare – die Damen in langen schwarzen Ballkleidern mit Stöckelschuhen – wirbeln meist abwechselnd über die Bühne, geführt von ihren Partnern in grauer Hose und weißem Hemd. Sie tanzen eine Mischung aus Walzer, Tango, modernem Tanz und klassischem Ballett, überraschen aber immer wieder mit skurrilen theatralen Einfällen.



Foto: Silvia Machado