THEATER IM
PFALZBAU
Pfalzbau 27 Offene Welt

OFFENE WELT

20. / 22.09.17

13. – 15.10.17

Kabuki Noir Münster

Kabuki Noir Münster beschäftigt sich mit Darstellungscodes aus der japanischen Theater-Tanz-Musikform Kabuki. In einer Bühnenaufführung mit 10 Darsteller*innen verschiedener Disziplinen verwandeln Gintersdorfer/Klaßendie traditionelle japanische Tanzform durch Bewegung, Schauspiel und Gesang zu einem neuen Bühnenritual, das anders als im homogenen Kabuki die kulturellen Differenzen des Teams in sich trägt. Ausgangspunkt ist ein Kabukistück, in dem es um staatliche Fahndung und die Überwindung einesstark kontrollierten Grenzübergangs mithilfe spiritueller Praktiken geht. Das Ensemble erzählt auf dieser Grundlage eine Geschichte über heutige Grenzen.

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BETRÜGEN (LA JET SET)

Betrügen (La Jet Set) bezieht seine Inspiration aus den Chiffren einer Subkultur, die 2003 unter ivorischen Migranten in der Pariser Banlieue entstand. „La Jet Set“ bezeichnet einen hedonistischen Lebensstil, der mit Glamour, Geld, aber auch mit künstlerischen Mitteln die prekäre Lebenssituation seiner Protagonisten überdecken soll. Die selbsternannten Stars machen sich durch ihre Behauptung von Ruhm und Reichtum unangreifbar. Dabei sind theatrale Methoden, die Erfindung ständig neuer Tanzformen und exklusive Designermode unverzichtbarer Bestandteil des Konzepts. Gintersdorfer/Klaßen entwickelten anhand des subversiven Systems des Jet Set mit deutschen und ivorischen Darstellern einen Abend, an dem die Differenz zwischen der tatsächlichen Lebenssituation und den behaupteten Rollen ineinander übergeht.

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Malalai – Die afghanische Jungfrau von Orléans

Die Legende der Jeanne d’Arc ist in Frankreich ein Nationalmythos. Friedrich Schiller hat dieser jungen Frau, die in einer von Männern dominierten Welt unter Einsatz ihres Lebens für ihre Überzeugung, ihren Glauben und ihr Land kämpfte, eines seiner bekanntesten Dramen gewidmet. In Afghanistan erzählt man sich eine ganz ähnliche Geschichte: Malalai von Maiwand, auch die „afghanische Jungfrau von Orléans“ genannt, war eine Sanitäterin im Unabhängigkeitskrieg gegen die britische Kolonialmacht 1880. Als die Afghanen die letzte Hoffnung auf den Sieg verloren hatten und flohen, löste Malalai ihren Schleier, machte eine Flagge daraus und rannte auf den Feind zu. Die Soldaten kehrten um, folgten ihr und gewannen die Schlacht.

Sowohl der afghanische Mythos als auch die französische Legende hatten und haben eine nationenbildende, aber auch eine emanzipatorische Funktion, und beide werden – gerade in jüngerer Zeit – von nationalistischen und religiös-fundamentalistischen Kräften instrumentalisiert.

Die mythische und politische Aufladung dieser weiblichen Freiheitsikonen und Gotteskriegerinnen bildet den Ausgangspunkt von Malalai. Gemeinsam mit französischen, afghanischen, deutschen und israelischen Schauspieler*innen mit muslimischem, jüdischem, christlichem oder atheistischem Hintergrund entwickelten Robert Schuster und Julie Paucker dieses transnationale Theaterprojekt, das am 25. August 2017 beim Kunstfest Weimar uraufgeführt wird.

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Crossing Borders

Auf der Bühne stehen zwei Cliquen einander gegenüber. Wir blicken auf einen Grenzzaun. Ist er real oder ein Abbild der unsichtbaren Grenze zwischen den Jugendlichen, die sich hier präsentieren? Vorurteile gegen die auf der anderen Seite beherrschen die Szenerie, ein Entgegenkommen erscheint unmöglich. Bis ein Mädchen, das sich City nennt, ein Loch in den Zaun schneidet. Eine surreale Reise über die Grenze beginnt. Bewegung gerät in die Gruppen, auf einmal erscheint alles möglich. Die Gruppe Mahala International nähert sich mit fantasievollen Figuren, Heldenassoziationen, Geschichten von Romeo und Julia bis Leila und Quais der immerwährenden Frage, wie wir es schaffen können, zueinander zu kommen. Mit Magie und Superhelden-Power, mit Liebe und Mut begegnen sich junge Menschen in einer von Ängsten besetzten Zeit.

Die realen Erfahrungen von jungen Menschen auf der Flucht fließen in das Stück ein, das behutsam und humorvoll mit der Gruppe entwickelt wurde. Wie nah darf ich dir kommen, und wem öffne ich meine Tür? Mädchen und Jungen treffen sich auf einem Platz in der Stadt, am Fluss, im Schwimmbad, auf einer Party – jedes Mal müssen sie Grenzen überwinden. Mädchen gegen Jungen, Mädchen gegen Mädchen, Jungen gegen ihre Väter, jede und jeder gegen alle – bis sich die Löcher im Zaun soweit vergrößert haben, dass alle mit ihren Vorstellungen, Erinnerungen, Wünschen und Sehnsüchten hindurch passen.

Die Mahala International unter der Leitung von Luise Rist ist seit Januar 2015 ein Ort des Ankommens für jugendliche Geflüchtete. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern aus Ludwigshafen erarbeiteten sie 2016 das Stück Friedensstraße. Durch die großzügige Unterstützung der BASF SE können wir nun eine weitere Stückentwicklung realisieren.

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Paradise Bangkok Concert

Die Paradise Bangkok Molam International Band ist bekannt dafür, die thailändische Popmusik der 60er und 70er Jahre mit dem traditionellen Musikstil Molam, der sich durch sein schnelles Tempo auszeichnet, zu kombinieren. Verbreitet ist er vor allem in Laos und in der nordostthailändischen Region Isan.
Gründer dieser internationalen Band sind die beiden DJs Maft Sai und Chris Menist.

Zum traditionellen thailändischen Musikstil tragen besondere Instrumente bei. So sind neben den modernen Sounds der DJs auch traditionelle Instrumente, gespielt von Kammao Perdtanon und Sawai Kaewsombat, zu hören. Perdtanon gilt als der „Jimi Hendrix an der Phin“, eine Art thailändische Laute, während Kaewsombat die Khaen, eine große Harmonika aus Bambusrohren spielt. Begleitet werden sie außerdem von Piyanart Kradsiri Joikasthira (Bass und Gitarre) und Phusana Treeburut (Schlagzeug).
Während eines unangekündigten Auftritts in ihrem Heimatland veröffentlichte die vielseitige Band 2014 zunächst ihr Debütalbum 21st Century Molam und erst letztes Jahr ihr neues Album Planet Lam.

Seit 2013 tourte die Band bereits mehrmals durch Europa, hatte zahlreiche Auftritte in Asien und war bei vielen Festivals vertreten, um nun auch bei OFFENE WELT Ludwigshafen ihre einzigartige Musik erklingen zu lassen.

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Ein Theaterstück mit 4...

"Ein Theaterstück mit 4 Schauspielern, ein paar Schweinen, ein paar Kühen, ein paar Pferden, einem Ministerpräsidenten, einer Milka-Kuh und ein paar Einheimischen und internationalen Inspektoren"

Nach dem Brexit muss das Loch in der EU gestopft werden. Europa geht auf Brautschau und wirft ein Auge auf den Kosovo. Dieser will sich die historische Chance nicht entgehen lassen und versucht alles, um den lächerlichen Beitrittsbedingungen der EU zu genügen. Doch Serbien verfolgt die gleichen Ziele. Kosovo gerät in Bedrängnis; Menschen und Tiere mobilisieren sich, um Europa möglichst besser und schneller zu gefallen als Serbien. So muss der Schlachthof in Prishtina mit Namen «Tony Blair» sein Fleisch jetzt Qualitätskontrollen unterziehen. Da kann es schon einmal vorkommen, dass dem kosovarischen Premierminister eine aus dem Zoo gestohlene Giraffe zum Geburtstagsschmaus serviert wird. Auch die Orwell’sche Tierwelt beginnt, sich politisch zu engagieren: Sie wittert den richtigen Zeitpunkt, ein würdevolleres Schlachten durchzusetzen.

Der Dramatiker und Produzent Jeton Neziraj, Pate der Wiesbadener Biennale «Neue Stücke aus Europa» für den Kosovo und ehemals künstlerischer Direktor des Nationaltheaters in Prishtina, ist mit seinen Theaterstücken, die in viele Sprachen übersetzt und in vielen europäischen Ländern aufgeführt wurden, einer der wichtigsten Protagonisten des kosovarischen Theaters.

 

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Weltfest

Ein Fest für Einheimische mit und ohne Migrationsgeschichte, für Geflüchtete, für Kinder und Erwachsene, für die Künstlerinnen und Künstler unserer Stadt. Wir zeigen, was Ludwigshafen zu bieten hat: Gesänge aus Griechenland, Tanz aus Korea, Chöre aus Deutschland, Instrumente aus der Mongolei und vieles, vieles mehr. Dazu gibt es wie immer ein internatioales Buffet. Beim Weltfest herrscht Rummel im Foyer, alles ist bunt und fröhlich.

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